Die japanische Firma Interstellar Technologies ist gewissermaßen die fernöstliche Version von SpaceX. So will Gründer Takafumi Horie mithilfe von selbstgebauten Trägerraketen die Transportkosten ins Weltall deutlich reduzieren. Verglichen mit den Preisen der japanischen Raumfahrtagentur JAXA sollen Satelliten zukünftig für nur noch ein Viertel des bisherigen Preises ins All gebracht werden. Doch anders als SpaceX konnte Interstellar bisher noch nicht unter Beweis stellen, tatsächlich in der Lage zu sein, Transporte in den Weltraum zuverlässig und sicher durchführen zu können. Der Testflug der Trägerrakete Momo-2 ging nun sogar auf spektakuläre Art und Weise schief: Zwei Sekunden nach dem Start setzte das Triebwerk aus und die Rakete fiel zurück auf den Startplatz. Dort explodierte schließlich der Treibstoff und ein riesiger Feuerball entstand.


Der erste Teststart war auch schon ein Fehlschlag

Glücklicherwiese wurde nach aktuellem Wissensstand durch den Absturz niemand verletzt. Die beteiligten Ingenieure suchen nun fieberhaft nach dem Grund für den Fehlschlag. Die erste Vermutung: Ein Fehler im Haupttriebwerk. Es ist schon der zweite nicht optimal verlaufene Raketenstart des Unternehmens. Die Trägerrakete Momo-1 verlor vor einiger Zeit nach 66 Sekunden den Kontakt zur Bodenstation und stürzte daraufhin ins Meer. Für Interstellar Technologies könnten die beiden Fehlstarts nun sogar zu einer existenziellen Frage werden. Denn welcher Investor soll Geld in eine Firma investieren, bei der die beiden bisherigen Raketenstarts jeweils mit einem ungewollten Absturz endeten? Allerdings hatte auch Space X in der Firmengeschichte einige Rückschläge zu verkraften – und übernimmt inzwischen offizielle Versorgungsflüge zur ISS.

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Die eigene Entwicklungsarbeit ist vergleichsweise niedrig

Im Falle des japanischen Pendants wecken aber noch zwei weitere Punkte Skepsis. So wurde Unternehmensgründer Horie vor etwas mehr als einem Jahrzehnt wegen Verstößen gegen das Wertpapiergesetz und Bilanzfälschung zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Außerdem versucht Interstellar so wenig Dinge wie möglich selbst zu entwickeln. Stattdessen werden viele Standard-Bauteile für die Trägerrakete schlicht bei anderen Firmen eingekauft und dann zusammen gefügt. Dieser Ansatz soll Kosten sparen – erwies sich nun aber schon zum zweiten Mal als nicht besonders erfolgreich. Bisher hält das Unternehmen aber an dem Plan fest, bis zum Jahr 2020 seine Trägerrakete fertig gestellt zu haben. Damit könnten dann kleine und nicht so schwere Satelliten ins All befördert werden.

Via: Futurezone

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