Bereits im Juli fand ein Mitarbeiter des Zoos von Maryland eine verletzte Schildkröte in einem öffentlichen Park. Das Tier war Teil eines Überwachungsprogramms, bei dem die Tiere in freier Wildbahn beobachtet werden. Sofort wurde das Reptil in die Tierklinik des Zoos gebracht, wo die Ärzte den Beckenpanzer der Schildkröte wieder zusammenflickten. Grundsätzlich stand einer Genesung anschließend nichts mehr im Wege. Allerdings gab es noch ein Problem: Der Beckenpanzer musste geschont werden und durfte daher den Boden nicht mehr berühren. Weil es aber natürlich keine speziellen Rollstühle für Schildkröten gibt, entwarfen die Mitarbeiter des Zoos einfach einen in Eigenregie. Umgesetzt wurde das Konzept dann aber nicht mithilfe eines 3D-Druckers, sondern durch einen Lego-Enthusiasten.


Bild: Maryland Zoo

Der Rollstuhl unterstützt die Selbstheilungskräfte des Tieres

Der einzigartige Rollstuhl besteht aus einem Rahmen, der den Panzer stabilisiert und Rädern, die für die Fortbewegung des Tieres sorgen. Die Verbindung zwischen dem Tier und den Legosteinen wird durch einfachen Rohrklebstoff sichergestellt. Weil es sich aber um eine niemals zuvor getestete Konstruktion handelt, waren sich auch die Ärzte nicht ganz sicher, inwieweit der Lego-Rollstuhl dem Tier tatsächlich würde helfen können. Doch der Tierexperte Garrett Fraess kann inzwischen berichten: „Er lief los und entwickelt sich seitdem prächtig. Schildkröten haben wirklich gute Selbstheilungskräfte, solange ihr Panzer stabil bleibt“. Ab dem Frühjahr soll die Schildkröte dann auch wieder selbstständig in der Lage sein, zu laufen. Der speziell angefertigte Rollstuhl kann dann wieder in seine Einzelteile zerlegt werden.

Auch ein Auto aus Legosteinen gab es schon

Auch wenn die Tierärzte des Zoos dem Tier das Leben retteten, droht ihm nun kein Leben in Gefangenschaft. Vielmehr ist geplant, die Schildkröte nach der Genesung wieder in die Freiheit zu entlassen. Das Beispiel zeigt aber, wie vielseitig Lego-Steine genutzt werden können. Bereits vor rund einem Jahr hatten die Ingenieure des Konzerns sogar ein komplettes Auto aus Lego-Technic-Teilen gebaut. Der Bugatti Chiron erreichte allerdings nicht ganz die Höchstgeschwindigkeit des Originals von 420 Stundenkilometern – fuhr aber immerhin mit rund 30 Km/h durch die Gegend. Der Rollstuhl der Schildkröte wiederum war noch einmal deutlich langsamer – rettete dafür aber einem Tier das Leben. In Serienproduktion soll die Konstruktion nun dennoch nicht gehen.


Via: Treehugger

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping
Tags

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.