Bei Strategiespielen wie Schach oder Go sind die Computer dem Menschen inzwischen weit überlegen. Deutlich schwieriger haben es die Maschinen allerdings noch bei Geschicklichkeitsspielen. Denn hier gibt es keine festen Muster, die immer wieder abgerufen werden können. Stattdessen müssen durch tasten und fühlen Informationen gewonnen und weiter verarbeitet werden. Ein Beispiel dafür ist das bekannte Spiel Jenga, bei dem Klötzchen aus einem Turm herausgenommen und wieder oben drauf gelegt werden müssen. Wissenschaftler des „Massachusetts Institute of Technology“ haben daher einen Roboterarm mit berührungsempfindlichen Sensoren ausgestattet. Dieser wiederum wurde an ein neuronales Netzwerk angeschlossen, um einen Lerneffekt zu erreichen und die Spielfertigkeiten immer weiter zu verbessern. Dieses Vorhaben war erfolgreich.


Bild: Courtesy of the researchers / MIT

Nach 300 Spielen war der Roboterarm schon recht passabel

Zunächst simulierte die künstliche Intelligenz das Jenga-Spiel nur. Anschließend arbeitete der Roboterarm aber auch mit realen Jenga-Steinen. Bereits nach rund dreihundert Spielen waren die Fähigkeiten dann so weit entwickelt, dass es die Maschine theoretisch durchaus mit menschlichen Spielern aufnehmen könnte. Möglich wurde diese geringe Zahl an Probespielen, weil sich die Wissenschaftler eines Tricks bedienten. Sie wiesen das neuronale Netzwerk an, bestimmte Handlungen, die zum gleichen Ergebnis führten, in Clustern zusammenzufassen. Letztlich reichte dies aus, um den Roboterarm in die Lage zu versetzen, 21 oder mehr Steine zu entfernen und korrekt wieder zu platzieren. Dies entspricht in etwa der Spielstärke von nicht untalentierten Hobby-Spielern. Die Vorgehensweise des Roboters unterschied sich nicht groß von der menschlichen Art des Spiels.

Die neu erlernten Fähigkeiten könnten für die Industrie von Bedeutung sein

So bewegte er die Steine rund einen Millimeter und ordnete sie dann in Kategorien ein – von „leicht zu bewegen“ bis „sehr schwer zu bewegen“. Darauf basierend traf er dann die Entscheidung, den Stein zu spielen oder noch einen anderen zu suchen. Oftmals führte dies zu einem erfolgreichen Spielzug, teilweise stürzte der Turm aber noch unerwartet ein. Die Roboterhand soll aber auch gar nicht zum besten Jenga-Spieler der Welt werden. Vielmehr ist geplant, die erlernten Fähigkeiten und gewonnenen Erfahrungen irgendwann einmal in der Industrie zum Einsatz zu bringen – etwa bei der Produktion von Smartphones. Dort könnte eine Kombination aus visuellen und ertasteten Daten die Roboter in die Lage versetzen, ganz neue Tätigkeiten zu übernehmen.


Via: The Guardian

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