Forscher der Universität von Kyoto haben einen Schlangenroboter entwickelt, der mühelos Leitern hinaufklettern kann. Was auf den ersten Blick wie eine rein akademische Übung aussieht, hat einen durchaus realen Hintergrund. Denn der Roboter wurde speziell für den Einsatz nach Katastrophenfällen entwickelt. So soll er in Häuser geschickt werden können, die vom Einsturz bedroht sind. Auf diese Weise können sich die Retter einen besseren Überblick über die Lage verschaffen und – ohne sich selbst zu gefährden – beispielsweise nach Überlebenden suchen. Klar ist aber auch: In einem solchen Szenario können auf den Roboter zahlreiche Hindernisse zukommen. Deshalb entschieden sich die Forscher für die schlangenartige Bauweise, die eine besondere Flexibilität ermöglicht.


Bild: Kyoto University and University of Electro-Communications

Der Roboter windet sich Sprosse für Sprosse nach oben

Konkret besteht der Roboter aus verschiedenen Bauteilen, die jeweils mit einem Gelenk untereinander verbunden sind. Im Fall der Leiter ermöglicht genau diese Konstruktionsweise die Überwindung des Hindernisses. Denn der Roboter schlängelt sich jeweils um eine Sprosse und nimmt dann die nächst höhere ins Visier. Auf diese Weise sind der Klettertechnik auch höhenmäßig keine Grenzen gesetzt. Selbst mitbringen kann der Roboter die Leiter im Notfall allerdings nicht. Diese dient im Video eher Demonstrationszwecken. Die genutzte Klettertechnik lässt sich aber natürlich auch auf andere Hindernisse übertragen. Die Schlangenform bringt zudem noch einen weiteren Vorteil mit sich: Der Roboter kann sich auch durch enge Spalten zwängen und so in Räume vordringen, die für menschliche Retter unerreichbar sind.

Japan ist immer wieder von Erdbeben betroffen

Es ist kein Zufall, dass insbesondere in Japan verstärkt an Robotern für Katastrophenfälle geforscht wird. Denn während der Atomkatastrophe von Fukushima zeigte sich, dass die bisher zur Verfügung stehenden technischen Hilfsmittel nur bedingt genutzt werden konnten. Außerdem liegen die japanischen Inseln in einem Gebiet, das überdurchschnittlich oft von Erdbeben erschüttert wird. Auch in Deutschland ist inzwischen aber ein entsprechendes Kompetenzzentrum eingerichtet worden. Der nun in Japan entwickelt Roboter dient zunächst ausschließlich der Aufklärung in unübersichtlichen Situationen. Er alleine kann beispielsweise Verschütteten keine Hilfe bringen. Diese Aufgabe muss dann von den menschlichen Rettern oder einem anderen Hilfsroboter übernommen werden.


Via: Engadget

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