Spätestens seit den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001 wissen wir: Flugzeuge können von Terroristen auch als Waffen benutzt werden. Immer wieder wird in diesem Zusammenhang auch über die Sicherheit von Atomkraftwerken diskutiert: Was würde passieren, wenn tatsächlich ein Passagierflugzeug mit Absicht in eine solche Anlage gesteuert wird? Die meisten Betreiber versichern, dass sie entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen haben. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace bezweifelt dies aber und hat mit einer spektakulären Aktion auf die Problematik hingewiesen. Eine als Superman gestaltete Drohne ist auf das Gelände des Kernkraftwerks Bugey in der Nähe von Lyon geflogen und dort gegen die Wand des Abklingbeckens für abgebrannte Brennstäbe gekracht. Ein Schaden am Atomkraftwerk ist bei der Aktion natürlich nicht entstanden. Dennoch wirft sie Fragen auf.


By Jess & Peter (www.flickr.com) [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Superman und ein Flugzeug flogen gegen die Wand

Greenpeace sprach jedenfalls von einer „extremen Verwundbarkeit“ der Gebäude. Der Kraftwerksbetreiber EDF bestätigte den Zwischenfall grundsätzlich, betonte aber auch: Die Sicherheit der Anlage sei zu keiner Zeit beeinträchtigt gewesen. Außerdem wurde darauf verwiesen, dass das Abklingbecken gezielt gegen Angriffe von außen gesichert sei. Details dazu wurden allerdings nicht benannt. Unklar ist zudem, was mit einer zweiten Drohne passierte, die ebenfalls über das Gelände flog und Videoaufnahmen anfertigte. Der Kraftwerksbetreiber sprach davon, dass eine Drohne abgefangen worden sei. Greenpeace hingegen betonte, die Polizei habe lediglich die Einzelteile am Boden aufsammeln können. Neben der Superman-Drohne wurde zudem auch noch ein kleines ferngesteuertes Flugzeug gegen die Wand des AKW geflogen.

Frankreich setzt extrem stark auf die Kernenergie

Die Aktivisten müssen nach der Aktion mit einer Anzeige rechnen. Denn in Frankreich ist – genauso wie in Deutschland – das Überfliegen eines Atomkraftwerks grundsätzlich verboten. Schon in der Vergangenheit hatte Greenpeace die Sicherheitsvorkehrungen bei französischen Atomkraftwerken scharf kritisiert. Mehrfach war es Personen sogar gelungen für Protestaktionen auf das Gelände eines AKW zu gelangen. Frankreich gehört in Europa zu den Ländern mit dem höchsten Atomstromanteil. Auch unter dem neuen Präsidenten Emannuel Macron wird sich daran nicht viel ändern: Dieser wirbt in internationalen Allianzen zum einen für den Kohleausstieg, zum anderen aber auch für eine Renaissance der Kernkraft. In Deutschland hingegen sind lediglich noch sieben Atommeiler am Netz, die in den nächsten Jahren aber ebenfalls abgeschaltet werden.


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