Wahrscheinlich gab es für unsere Vorfahren einen guten Grund, den Tieren das eigene Seelenleben abzusprechen: Spätestens mit Aufkommen der Massenproduktion wollte man sich nicht erst mit Moral beschäftigen, bevor man die Mitgeschöpfe zusammenpferchte, um sie so gut wie möglich ausnutzen zu können. Inzwischen hat zum Glück ein Gegentrend eingesetzt, zu deren wichtigsten Vertretern der Förster Peter Wohlleben gehört.


Peter Wohlleben stützt sich auf fundierte wissenschaftliche Erkennntisse

Heute Morgen haben wir euch bereits über Wohllebens Buch »Das geheime Leben der Bäume« berichtet, in dem der Förster von den sozialen Gemeinschaften im Wald erzählt. In einem weiteren Buch schneidet der Waldhüter ein eng verwandtes Thema an: das Seelenleben der Tiere. Zwar verwendet er dabei einen emotionalen, einfühlsamen Stil, stützt sich aber auf fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse und auf jahrzehntelange eigene Beobachtungen. Sein Wunsch ist es, dass der Mensch sich wieder auf seinen vorgesehenen Platz in die Schöpfungsunterordnung begibt, nämlich als Mitgeschöpf oder Geschöpfen – und eben nicht als Tyrann.


Hier stellt Peter Wohlleben sein Buch im Video vor

Ein Tier kann durchaus ein echter Freund sein

Dass ein traurig erscheinendes Tier wirklich Trauer empfindet und nicht nur trügerische Signale von sich gibt, die das menschliche Gefühl in die Irre leiten, war lange Zeit äußerst umstritten. Wohlleben zeigt, dass uns unser Empfinden tatsächlich nicht täuscht: Ein Tier kann durchaus ein echter Freund sein, sich über die Anwesenheit »seines« Menschen freuen und nicht einfach nur Futter oder Streicheinheiten erwarten. Tierfreunden, die sich einfühlsam mit ihren tierischen Gefährten beschäftigen, war dieser Aspekt schon lange klar, doch wurden sie häufig von anderen belächelt. Der schreibende Förster gibt ihnen nun wissenschaftliche Rückendeckung, er stellt äußerst plausible Hypothesen auf. »Verkauft man nicht fünf Sperlinge für zwei Groschen? Dennoch ist vor Gott nicht einer von ihnen vergessen«, sagt bereits die Bibel. Das Geld, für das wir ein Tier erwerben, bestimmt also längst nicht dessen Wert!

Der Autor hat Forstwirtschaft studiert und 30 Jahre Berufserfahrung

Was zeichnet Peter Wohlleben eigentlich als Experten aus? Er hat Forstwirtschaft studiert und übt seinen Beruf bereits seit dreißig Jahren aus. Er führt seinen Forst auf vorbildliche Weise mit viel Fürsorge für das Ökosystem Wald. Er denkt praktisch, ohne seine Emotionen außer Acht zu lassen, also mit Herz und Verstand. Mit stoischer Regelmäßigkeit kommt er in seinem Buch immer wieder auf das Schwein zurück: Es ist ebenso intelligent wie manches Wild- oder Haustier, und doch wird kaum ein anderes Lebewesen derartig stark als reines Nutzobjekt angesehen. Das sollte uns wirklich zu denken geben …

Quelle: zeit.de

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