Die chinesische Regierung lässt keinen Zweifel daran, dass der Straßenverkehr im Reich der Mitte elektrifiziert werden soll. Die staatlichen Behörden scheuen daher auch vor gewaltigen Subventionen nicht zurück. So haben Elektroauto-Startups im vergangenen Jahr rund acht Milliarden Dollar an staatlichen Zuschüssen erhalten. Dies – in Kombination mit dem gewaltigen Potential des chinesischen Markts – hat zu einer Art Goldgräberstimmung geführt: Insgesamt wurden bisher 486 E-Auto-Hersteller in China registriert. Ein Brancheninsider warnt nun aber vor den Folgen des Booms. Lian Qingfeng von der Firma „Beijing Electric Vehicle“ geht davon aus, dass letztlich nur zwanzig bis dreißig Firmen überleben werden. Der Rest dürfte spätestens dann verschwinden, wenn die Subventionen der Regierung stark zurückgehen. Erste Schritte in diese Richtung haben die Behörden bereits unternommen.


Flagge China
Foto: Alexander Trisko

Die Dotcom-Blase dient als warnendes Beispiel

In den nächsten Jahren ist daher in der Branche mit einer Pleitewelle zu rechnen. Einige Analysten ziehen bereits Parallelen zur Dotcom-Blase Anfang des Jahrtausends. Damals war viel Kapital in unzählige Internet-Firmen geflossen. Bei der ersten Krise zeigte sich aber, dass viele davon kein funktionierendes Geschäftsmodell besaßen. Die Blase platzte, die Unternehmensbewertungen rauschten in den Keller und eine Reihe von Insolvenzen setzte ein. Allerdings hat auch diese Geschichte eine Art Happy End. Denn natürlich mussten nicht alle Internetfirmen aufgeben. Google beispielsweise überstand den Sturm und gehört heute zu den wertvollsten und erfolgreichsten Unternehmen überhaupt. Ähnliches könnte nun auch in China bevorstehen: Viele E-Auto-Firmen werden verschwinden. Die, die übrig bleiben, dürften dann aber auch nachhaltig erfolgreich sein.

Auch ausländische Hersteller drängen auf den Markt

Lian Qingfeng geht logischerweise davon aus, dass seine Firma zu den erfolgreichen der Branche gehören wird. Dies ist tatsächlich auch sehr wahrscheinlich. Denn „Bejing Electric Vehicle“ ist ein Tochterunternehmen der „Beijing Automotive Group“. Dabei handelt es sich um den fünftgrößten Autohersteller Chinas, an dem unter anderem auch der deutsche Daimler-Konzern beteiligt ist. Daimler ist allerdings nicht der einzige ausländische Hersteller, der den chinesischen Markt in den Blick genommen hat. Auch Tesla verbindet beispielsweise große Hoffnungen mit dem Reich der Mitte und errichtet aktuell in Shanghai eine eigene Fabrik. Die zunehmende Präsenz ausländischer Hersteller dürfte die oben skizzierte Entwicklung weiter beschleunigen: Über kurz oder lang werden zahlreiche Firmen vom Markt verschwinden müssen.


Via: BI

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