Typ-1-Diabetes ist eine sogenannte Autoimmunerkrankung. Oder anders ausgedrückt: Das Immunsystem der betroffenen Personen greift aus Versehen körpereigene Zellen an. Warum dies geschieht, konnte in diesem Fall noch nicht abschließend geklärt werden. Schon seit längerem wird aber vermutet, dass Infektionen eine Rolle spielen könnten. So könnte das Abwehrsystem beispielsweise Antikörper gegen Bestandteile der Viren entwickeln, die dann später ähnliche körpereigene Zellen angreifen. So ähneln etwa bestimmte Peptide der Rotaviren den Antigenen der körpereigenen Betazellen. Vor rund zwei Jahren wurde nun eine Impfung gegen die Rotaviren auf den Markt gebracht. Stimmt die zuvor dargelegte Theorie, müssten also weniger Ansteckungen mit den Rotaviren auch zu weniger Fällen von Typ-1-Diabetes führen. Genau dies wurde nun in Australien untersucht.


Seit dreißig Jahren steigt die Zahl der Neuerkrankungen

Das Ergebnis der Forscher ist durchaus erfreulich: Sie stellten bei Kindern im Alter von weniger als vier Jahren einen signifikanten Rückgang fest. Allerdings scheinen Rotaviren nicht der einzige Auslöser zu sein. Denn obwohl die Impfrate mit 84 Prozent sehr hoch lag, sank die Zahl der Typ-1-Diabetes-Fälle lediglich um 14 Prozent. Zumindest scheint damit aber gesichert zu sein, dass es einen Zusammenhang zwischen den beiden Krankheiten gibt. Wie dieser genau aussieht und wie sich dies in Zukunft nutzen lässt, müssen nun weitere Studien zeigen. Die Ergebnisse der Studie machen Hoffnung, dass es gelingen könnte, einen seit dreißig Jahren anhaltenden Trend zu stoppen oder gar umzukehren. Denn seitdem steigt die Zahl der an Typ-1-Diabetes erkrankten Kinder kontinuierlich an.


Bei Typ-1-Diabetes spielen viele Faktoren eine Rolle

Eine ähnliche Untersuchung wie in Australien wurde zuvor auch schon in Finnland durchgeführt. Dort stellten die Forscher einen Rückgang um neun Prozent fest. Die Fallzahlen waren aber zu gering, um einen direkten Zusammenhang nachweisen zu können. Oder anders ausgedrückt: Der Rückgang kann aus mathematischer Sicht auch reiner Zufall gewesen sein. Schon seit längerem ist allerdings klar, dass eine Vielzahl an Ursachen bei einer Typ-1-Diabetes-Erkrankung eine Rolle spielen. Neben Umwelteinflüssen – etwa der Rotaviren-Infektion – spielen auch erbliche Faktoren eine Rolle. In Deutschland erkranken im Schnitt 2 von 10.000 Kindern neu an Typ-1-Diabetes. Für die Betroffenen bedeutet dies: Sie müssen sich regelmäßig Insulin spritzen, um den Blutzuckerspiegel nicht zu stark absinken zu lassen.

Via: The Scientist

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