Die Firma Virgin Orbit hat eine offizielle Genehmigung der US-Luftfahrtbehörden erhalten, Testflüge mit einer umgebauten Boeing 747 durchzuführen. Das Flugzeug soll aber keine Passagiere transportieren, sondern Raketen auf eine bestimmte Höhe befördern. Dort werden diese dann ausgeklinkt und zünden nach kurzem Fall ihren eigenen Antrieb. Auf diese Weise will das von Richard Branson gegründete Unternehmen zukünftig kleine Satelliten ins All bringen. Die erteilte Genehmigung bezieht sich nun auf ein wiederverwendbares Raumfahrzeug. Dies ist streng genommen nicht ganz richtig. Denn nur das Flugzeug kehrt auf die Erde zurück und kann erneut verwendet werden. Die Rakete selbst geht – genau wie bei konventionellen Starts – verloren. Offensichtlich wollen die Behörden dem Unternehmen aber so wenig Steine wie möglich in den Weg legen.


Bild: Virgin Orbit

Drei große Vorteile werden erwartet

Den Angaben des Unternehmens zufolge ist dies die kostengünstigste Methode, um kleine Satelliten ins All zu befördern. Außerdem bringt der Einsatz des Flugzeuges noch drei weitere große Vorteile mit sich:

1. Schlechtes Wetter kann einfach überflogen werden. Heute müssen Raketenstarts oft verschoben werden, weil die Wetterbedingungen nicht gut genug sind. Dank der Boeing 747 können die aufgestellten Zeitpläne zukünftig besser eingehalten werden.


2. Man ist nicht auf die wenigen Startbahnhöfe beschränkt. Die meisten europäischen Raketenstarts finden in Französisch-Guyana statt, weil sich dort ein Weltraumbahnhof befindet. Das Flugzeug sorgt hingegen dafür, dass Starts von fast jedem Flughafen möglich sind.

3. Die Traglast der Raketen kann gesteigert werden. Weil ein nicht unerheblicher Teil der Distanz bereits zurückgelegt wurde, muss die Rakete auch weniger Treibstoff mit an Bord nehmen. Im Umkehrschluss kann mehr Ladung transportiert werden.

Die Testflüge sollen in wenigen Wochen starten

Schon in der Vergangenheit hat Virgin Orbit Testflugzeuge mit dem Mutterflugzeug Cosmic Girl durchgeführt, allerdings noch ohne Raketen an Bord. In einem ersten Schritt werden nun die Träger für die Raketen unter den Flügeln installiert. Anschließend sollen dann die ersten Flüge mit voller Ladung stattfinden. Geplant ist, zunächst eine Rakete einfach aus der Luft auf die Erde fallen zu lassen, um wichtige Daten zu gewinnen. Später sollen dann die ersten wirklichen Starts in luftiger Höhe stattfinden. Eigenen Angaben zufolge könnte das Unternehmen dann noch in diesem Jahr den kommerziellen Betrieb aufnehmen. Anders als bei dem Schwesterunternehmen Virgin Galactic werden aber nur Satelliten und keine Menschen ins All transportiert.

Via: New Atlas

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