Wie beim normalen Lernen kommt es in einer virtuellen Klasse auf den Lehrer an. Forscher der University of Copenhagen haben in einer Untersuchung jetzt Überraschendes festgestellt. Mädchen lernen, wenn sie die Datenbrille aufhaben, am besten, wenn Marie ihnen etwas beizubringen versucht. Jungs haben es dagegen nicht mit ihr. Ihr Lieblingslehrer ist ein fliegender Roboter in Form einer Drohne. Beides sind Avatare. Marie ist eine computergenerierte junge Forscherin, die Drohne besteht ebenfalls nur aus Bit und Bytes.


Bild: University of Kopenhagen

Virtuelles Lernen ist im Kommen

Die Psychologen Guido Makransky, Philip Wismer und Richard E. Mayer, die die Studie anfertigten, gehen davon aus, dass Schüler und Studenten in der ganzen Welt in ein paar Jahren zumindest teilweise von virtuellen Lehrern unterrichtet werden. Wenn sie die Datenbrille tragen können sie in einzelne Körperzellen eintauchen und sie studieren, oder im Blutstrom in den Adern eines Menschen mitschwimmen. Sie können dreidimensionale virtuelle Plätze betreten und Situationen erleben, die ihnen im Normalfall verschlossen sind, weil der Besuch zu teuer, zu gefährlich oder, wie im Fall der Internationalen Raumstation (ISS), völlig unmöglich wäre.

Experimente mit gefährlichen Chemikalien

Virtuelles Lernen ermöglich auch Experimente mit teurer Laborausstattung, die in realen Schulen nicht vorhanden ist, und mit gefährlichen Chemikalien, die beispielsweise explodieren können. Dank Datenbrille werden diese Versuche von den Schülern genau so wahrgenommen wie reale.


Die Kosten der VR-Technologie (VR=Virtuelle Realität) wird in den nächsten Jahren so stark sinken, dass sie sich in vielen Bereichen der Wissensvermittlung einsetzen lassen. Die dänischen Forscher gehen davon aus, dass im Jahr 2025 weltweit bereits 15 Millionen Schüler und Studenten die VR-Technik nutzen. Sie stützen ihre Prognose mit hohen Investitionen, mit denen Technologie-Giganten wie Apple, Google und Samsung in diese Technik weiterentwickeln.

Lernerfolg wissenschaftlich ausgewertet

„Unsere Studien zeigen, dass virtuelles Lernen effektiver sein kann als der klassische Unterricht“, sagt Makransky. Es sei jedoch nötig, noch mehr darüber herauszufinden, wie Schülern und Studenten Wissen per VR am besten vermittelt werden kann. Er testete verschiedene Lehrmethoden an hunderten Schülern und Studenten. Dabei zeichnete er die Gehirnströme (EEG), Schweißabsonderungen, fachmännisch elektrodermale Aktivität, Augenbewegungen und die Mimik der Probanden auf. Daraus schloss er, dass Mädchen eine menschenähnliche, Jungs eine technische Figur bevorzugen.

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