Das Thema Verkehr ist für viele Bürgermeister aktuell eine schwierige Sache. Denn zum einen beschweren sich immer mehr Einwohner, weil sie etwa auf dem Weg zur Arbeit regelmäßig im Stau stehen. Zum anderen haben viele deutsche Städte Ärger mit der EU und den Verwaltungsgerichten, weil die Schadstoffbelastung in der Luft zu hoch ist. In Bayern könnte dem Umweltminister daher sogar Beugehaft drohen. Mercedes hat nun eine neue Art von Fahrzeug präsentiert, das zumindest einen Teil dieser Probleme lösen kann. Zunächst einmal handelt es sich bei der Konzeptstudie namens Vision Urbanetic um einen autonomen Transporter mit Elektroantrieb. Allein dies bringt schon eine Reihe von Vorteilen mit sich: Der Lärm ist gering, es werden keine Schadstoffe ausgestoßen und die Fahrweise kann optimiert werden.


Foto: Eckart Egger

Aus dem Transporter wird in Windeseile ein Bus

Die wirkliche Innovation befindet sich aber in einem anderen Bereich. Denn faktisch besteht das neue Modell lediglich aus vier Rädern, dem Fahrzeugboden und der benötigten Technik. Darauf wiederum lassen sich dann verschiedene Module installieren. Zum einen das klassische Transportmodul, mit dem bis zu zehn Europaletten transportiert werden können. Für die Auslieferung an den Endkunden haben sich die Ingenieure zudem auch etwas einfallen lassen: Hier funktioniert das System wie eine fahrbare Paketstation und kann die Lieferungen jeweils selbstständig an den Empfänger ausgeben. Gleichzeitig gibt es aber noch ein zweites Modul, das der Personenbeförderung dient und aus dem Transporter einen autonomen Bus macht. Die Umrüstung verläuft automatisiert und nimmt jeweils nur wenige Minuten in Anspruch.

Foto: Eckart Egger

Für Mercedes bringt das Konzept einen Wandel mit sich

Der Vorteil dieses Konzepts liegt auf der Hand: Ein und dasselbe Fahrzeug kann für verschiedene Aufgaben genutzt werden, sodass der Einsatz deutlich effizienter wird. So könnten etwa in der Nacht Paletten transportiert, Morgens und Abends Passagiere befördert und tagsüber Pakete ausgeliefert werden. Weil das Fahrzeug ausschließlich autonom unterwegs ist, muss dabei auch keine Rücksicht auf die Arbeitszeiten der Fahrer genommen werden. Für Mercedes ist das Konzept aber nicht unproblematisch. Denn je flexibler ein Fahrzeug ist, desto weniger werden davon insgesamt benötigt. Die reinen Verkaufszahlen könnten also sinken. Der Konzern will daher gar nicht so sehr am Verkauf des flexiblen Transporters verdienen, sondern vor allem anschließend durch den Vertrieb von Service-Leistungen. Aus dem Autobauer soll so ein Anbieter von Mobilitätsdienstleistungen werden. 2036 sehen die Macher als realistischen Start des Konzepts.


Via: Mercedes

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