Diese Erkenntnis stammt aus Großbritannien: Dort verfüttern die Menschen jedes Jahr bis zu 60.000 Tonnen Vogelfutter über Futterhäuschen im Freien. Immer wieder gibt es Skeptiker, die behaupte, das bringe nicht viel oder richte sogar Schäden an. Nun haben Forscher eine Studie namens »Garden Bird Feeding Survey« veröffentlicht – und die zeigt, dass die Vogelfütterer klar im Recht sind.


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Eine Langzeitstudie mit mehr als 200 Garteninhabern

Wer von euch hilft den Wildvögeln mit regelmäßigen Portionen Futter über den Winter oder füttert sogar in der warmen Jahreshälfte bei? Vielleicht habt ihr euch auch schon den Vorwurf anhören müssen, dies sei ein Eingriff in die Natur, der den Tieren sogar schadet. Ab jetzt habt ihr Daten zur Hand, die euren Standpunkt unterstützen! Wissenschaftler haben mehr als 200 ausgewählte Garteninhaber innerhalb einer Langzeitstudie Vogelarten zählen lassen, und zwar immer von Oktober bis März. Die Zählung erfolgte ausschließlich an privaten Futterstellen, und das Ergebnis lässt das Herz von Vogelfreunden deutlich höher schlagen.

Während in den 70er Jahren noch vor allem Stare und Spatzen die Futterstellen nutzten, kamen in den folgenden Jahrzehnten immer mehr andere Arten dazu. Die beiden genannten Vögel haben sich gleichzeitig bis 2010 in ihrer Anzahl verdreifacht! Distelfinken, auch Stieglitze genannt, kamen 1972 nur an acht Prozent der Futterhäuschen vor, 2012 tauchten sie bereits an 87 Prozent aller Vogelbuffets auf. Schwanzmeisen wurden vor mehr als 40 Jahren nur zu 19 Prozent gesichtet, nun erscheinen sie an 77 Prozent der Vogelhäuser. Ringeltauben legten im selben Zeitraum von 17 auf 88 Prozent zu. Insgesamt sind es satte 133 Arten, die heute sehr viel öfter gesichtet werden als noch Anfang der 70er.


Die Fütterung ersetzt ältere Futterquellen, die nicht mehr da sind

Das Futterangebot ersetzt die Getreidekörner, die den Vögeln in früheren Zeiten aus der Landwirtschaft zur Verfügung standen. Heute sind die Bauernhöfe viel aufgeräumter und bieten deshalb oftmals keine Quelle mehr für Körner und Fett. Das ständige Angebot von Futter lockt die Tiere aber nun in die Gärten der Städte, wo die Artenvielfalt gedeiht. Eine zunehmende Zahl von Vogelarten entscheidet sich auch, in Großbritannien zu überwintern, statt wie früher Richtung Süden zu fliegen. Die Mönchsgrasmücke macht es sich beispielsweise zunehmend in Europas Nordosten bequem und lässt den gefährlichen Flug ausfallen.

Ein paar Probleme bringt die Vogelfütterung leider trotzdem mit sich. Grünfinken infizieren sich an den Futterhäuschen häufig gegenseitig mit Trichomonose, ihr Bestand ist deshalb arg geschrumpft. Außerdem profitieren auch die aus Nordamerika eingeschleppten, frechen Grauhörnchen von dem Körnerfutter und erhalten damit noch mehr Kraft, um den einheimischen roten Eichhörnchen den Garaus zu machen.

Quelle: geo.de 

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