Auf der Straße kann man mit einer autonomen Einparkhilfe heute kaum noch jemanden aus den Schuhen hauen. Viele Fahrzeuge der Oberklasse beherrschen das Kunststück, ohne Hilfe des Fahrers in eine Parklücke zu gelangen. Der zuständige Algorithmus muss allerdings auch nicht besonders viele Variablen einkalkulieren: Die Straße, der Bordstein und die anderen parkenden Autos sind ja feste Objekte. Ungleich schwerer wird die Übung hingegen auf dem Wasser. Denn dort sorgen Wind und Wellen dafür, dass sich die verschiedenen Boote bewegen, selbst wenn der Motor ausgeschaltet ist. Für die Kapitäne von Yachten ist das Andocken am Steg daher zumeist die schwierigste Aufgabe. Zukünftig können aber auch sie auf technische Hilfe zurückgreifen.


Bild: Volvo Group

Es handelt sich um mit das schwierigste Manöver auf dem Wasser

Denn Volvo hat ein System entwickelt, mit dem Yachten – ähnlich wie Autos – komplett selbstständig in eine Lücke zwischen zwei anderen Booten fahren können. Die Technik soll dabei in der Lage sein, in Sekundenbruchteilen auf jede Veränderung der äußeren Bedingungen zu reagieren. Bei Volvo Penta ist man sich durchaus der Komplexität bewusst: „Anzudocken ist eines der schwersten Steuerungsmanöver auf einem Boot – Fehler können peinlich, teuer und gefährlich sein“, erklärt Björn Ingemanson, Präsident der Tochterfirma. Erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde der Einparkassistent für Yachten im Hafen von Göteburg. Dort legte eine Yacht tatsächlich sicher zwischen zwei Rennseglern von Volvo an. Die äußeren Bedingungen waren allerdings auch recht gut zu beherrschen.

Der menschliche Steuermann muss noch bereit stehen

Kunden sollen ab dem Jahr 2020 auf die neue Technik zurückgreifen können. Ganz aus der Verantwortung kann der Kapitän sich allerdings auch dann nicht stehlen. Denn es handelt sich noch nicht um eine voll autonome Technik. Vielmehr muss stets ein menschlicher Steuermann bereit stehen, um bei Problemen sofort eingreifen zu können. Volvo hat in der Vergangenheit immer wieder mit ungewöhnlichen Projekten in Sachen autonomer Steuerung von Fahrzeugen auf sich aufmerksam gemacht. So fuhr ein selbstfahrender Lastwagen des Konzerns bereits durch eine unterirdische Mine in Schweden und es wird an einem autonomen Müllfahrzeug gearbeitet. Die bei diesen Experimenten gesammelte Expertise könnte langfristig dann auch den Käufern von Volvo-Autos zugute kommen – durch immer besser werdende Fahrassistenzsysteme.


Via: New Atlas

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