Der Klimawandel bringt nicht nur für den Menschen erhebliche Folgen mit sich, sondern bedroht auch einen Teil der Flora und Fauna. Entsprechende Beobachtungen können bereits seit einigen Jahren gemacht werden. So wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Zahl der Eisbären in der Beaufortsee ganz im Norden Alaskas um rund vierzig Prozent gesunken ist. Dieser hohe Wert hat selbst Experten überrascht – weshalb die Gründe nun genauer unter die Lupe genommen wurden. Um die Lebensrealität der Eisbären besser zu verstehen, wurden daher einige Tiere mit speziellen Halsbändern ausgestattet. Diese verfügten unter anderem über eine Kamera und einen GPS-Sender. Außerdem wurden regelmäßig Blut- und Urinproben genommen – etwa um den Energieverbrauch der Tiere zu bestimmen.


Eisbären Alaska
Collection of Dr. Pablo Clemente-Colon, NOAA National Ice Center CC BY-SA 2.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Für die Jagd muss immer mehr Energie aufgebracht werden

Dabei folgte bereits die erste Überraschung: Bisher ging die Wissenschaft davon aus, dass Eisbären vergleichsweise wenig Energie für die Jagd benötigen. Die gemessenen Daten zeigten nun aber, dass der Energiebedarf tatsächlich rund anderthalb mal so hoch ist wie gedacht. Mehr noch: Anders als angenommen können die Tiere in den Jahreszeiten mit wenig Nahrung auch nicht den Energieverbrauch herunterfahren. Stattdessen müssen sie im Frühling ausreichend Fettreserven aufbauen, um davon das Jahr über zu zehren. Doch genau hier beginnt das Problem. Denn aufgrund der schwindenden Eisflächen in der Arktis müssen die Tiere für die Jagd immer weitere Strecken zurücklegen. Dadurch steigt der Energieverbrauch an, kann aber nicht durch zusätzlich erlegte Robben ausgeglichen werden.

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Zuletzt aktualisiert am 15.12.2018

Laufen ist grundsätzlich weniger anstrengend als Schwimmen

Alternative Tiere für die Jagd gibt es in der Region aber so gut wie nicht. Auf Dauer bedeutet dies: Die Eisbären müssen immer öfter hungern. Verstärkt wird diese Problematik durch einen zweiten Effekt: Beim Schwimmen verbrauchen die Tiere rund fünfmal so viel Energie wie beim Laufen. Weniger Eis bedeutet aber natürlich auch, dass längere Strecken im Wasser zurückgelegt werden müssen. Die These der Forscher lautet nun: Die Eisbären müssen zu oft hungern – was auf Dauer für eine Verringerung der Population sorgt. Einen wirklichen Ausweg aus dem Dilemma gibt es für die Tiere auch nicht. Sie müssen schlicht hoffen, dass sich die Rahmenbedingungen irgendwann wieder bessern.


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