Auf die Schülerinnen und Schüler in der indischen Hauptstadt Neu Delhi kommt ein neues Schulfach zu: Einmal pro Tag steht in ihren Stundenplänen nun das Thema Glück. In jeweils rund 45-minütigen Einheiten werden die Kinder meditieren, spielen und verschiedene thematisch passende Aspekte diskutieren. Ziel der Aktion ist es, den Schülern Techniken zum Stressabbau und der friedlichen Konfliktbewältigung zu vermitteln. Dementsprechend gibt es natürlich auch keine Noten. Eingeführt wird das neue Schulfach zunächst von der Vorschule bis zur achten Klasse. Erweist sich das Experiment aber als erfolgreich, könnte es auch noch deutlich ausgeweitet werden. Dies gilt sowohl räumlich – über Neu Delhi hinaus – als auch zeitlich – also auf die älteren Klassen.


Der Dalai Lama, hier während eines Besuchs in Italien, gehört zu den größten Unterstützern des neuen Schulfachs. Bild: I, Luca Galuzzi [CC BY-SA 2.5 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Moderne Bildung wird mit historischem Wissen verknüpft

Präsentiert wurde der neue Lehrplan auf einer Pressekonferenz, an der nicht nur zahlreiche Lehrer und der Regierungschef von Neu Delhi teilnahmen, sondern auch der Dalai Lama. Dieser verwies darauf, dass Indien einzigartige Möglichkeiten biete, um „moderne Bildung mit historischem Wissen zu verbinden“. Dies sei die Voraussetzung für ein glückliches und erfülltes Leben. Der Bildungsminister der Hauptstadt, Manish Sisodia, ging sogar noch einen Schritt weiter und verkündete: „Wir glauben, dass die modernen Probleme wie Terrorismus, Korruption und Luftverschmutzung durch Schulen und eine Bildung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt, gelöst werden können“. Entwickelt wurde der Lehrplan für das Fach Glück von einer eigens eingesetzten Fachgruppe. In dieser waren insgesamt vierzig Personen vertreten – darunter Lehrer, Fachleute und Freiwillige.

Die öffentlichen Schulen sollen stärker gefördert werden

Auf der Pressekonferenz wurde zudem darauf verwiesen, dass das indische Schulsystem generell einen Neustart benötigt. Denn die öffentlichen Schulen leiden unter einer nicht ausreichenden Finanzierung, schlechter Infrastruktur und teilweise unmotivierten Lehrern. Der Chief Minister von Neu Delhi, Arvind Kejriwal, betonte daher, dass das neue Schulfach bereits der dritte Baustein in einem großen Maßnahmenpaket seiner Regierung sei. Zuvor war verstärkt in die schulische Infrastruktur investiert worden und es wurden gezielt Programme entwickelt, um die Motivation der Lehrer zu fördern. Die Förderung der öffentlichen Schulen ist auch eine Gerechtigkeitsfrage. Denn bisher schicken die meisten reichen Leute, ihre Kinder schlicht auf die oftmals deutlich besser ausgestatteten Privatschulen.


Via: Firstpost

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