Crowdfunding hat in den letzten Jahren zunehmend an Beliebtheit gewonnen und eine Vielzahl an Innovationen ermöglicht. Nun wagt sich das deutsche Startup Locomore mithilfe der Schwarmfinanzierung in ein völlig neues Feld vor: Das Unternehmen schickt einen Zug zwischen Stuttgart und Berlin auf die Reise und wird damit einer von nur zwei privaten Wettbewerbern der Deutschen Bahn im Fernverkehr. Das Ziel des Unternehmens ist es dabei, eine Reisemöglichkeit zu schaffen, die günstiger ist als das Angebot des Staatsunternehmens und umweltfreundlicher als die Fahrt mit dem Fernbus. Die Finanzierung des Projekts erfolgte dabei auf der Crowdfunding-Plattform StartNext. Im Erfolgsfall sollen dann weitere Strecken ins Programm genommen werden.


Der Zug setzt auf Ökostrom und Bremsenergie

Eine Besonderheit des neuen Fernzugangebots ist zudem die Kooperation mit der Naturstrom AG. Dadurch soll sichergestellt werden, dass der Zug ausschließlich mit Strom betrieben wird, der das Label „Grüner Strom“ des BUND besitzt. Locomore verpflichtet sich außerdem nicht nur, die entsprechenden Strommengen abzunehmen, sondern auch selbst in Erneuerbare Energien zu investieren. Der Zug selbst wiederum ist mit einem Hybridsystem ausgestattet, das die Bremsenergie zurückgewinnt und so den Strombedarf insgesamt senkt. Die Fahrt mit dem Locomore-Zug ist auf diese Weise komplett emissionsfrei und damit auch umweltfreundlicher als bei der Deutschen Bahn. Der Ex-Monopolist setzt nur teilweise auf sauberen Ökostrom.


Eine Auslastung von fünfzig Prozent muss erreicht werden

Der neue Wettbewerber im Fernverkehr versucht zudem mit einigen innovativen Ideen zu punkten. So gibt es spezielle Themenabteile, in denen sich Gleichgesinnte beispielsweise über Fußball oder Politik unterhalten können. Der Zug ist außerdem etwas länger unterwegs als die Alternative der Deutschen Bahn, weil die Streckenplaner unterwegs verschiedene Stopps in Unistädten eingeplant haben, um die Auslastung des Zugs zu erhöhen. Das Unternehmen geht dabei davon aus, dass sich der Betrieb rentiert, wenn eine Auslastung von mindestens fünfzig Prozent erreicht wird. Ähnlich wie bei den Fernbussen gibt es zudem eine dynamische Preisentwicklung – die Fahrt wird also teurer je später man bucht.

Via: Treehugger

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