Vor der Küste der schottischen Orkney Inseln werden bereits seit einigen Jahren neue Ansätze zur Erzeugung nachhaltiger Energie ausprobiert. Nun findet dort auch ein Test statt, bei dem zwar kein Strom produziert wird, der aber zukünftig zu einem massiven Rückgang des Energieverbrauchs führen könnte. Denn Microsoft hat dort ein Rechenzentrum mit einer Speicherkapazität von immerhin 27,6 Petabyte im Meer versenkt. Diese Vorgehensweise soll gleich zwei große Vorteile mit sich bringen: Zum einen sorgt das kalte Meereswasser für eine Art natürliche Kühlung. Zum anderen kann der Serverraum auch nicht betreten werden, sodass er frei von Sauerstoff bleibt – was die Lebensdauer der Hardware verlängern soll. Dies ist aber auch notwendig: Reparaturen unter Wasser sind nämlich nicht möglich.


Bild: Microsoft

Ein Unterseekabel sorgt für Strom und den Datentransport

Stattdessen ist geplant, das Rechenzentrum alle fünf Jahre an die Oberfläche zu holen und auf den neuesten Stand zu bringen. Insgesamt kalkulieren die Entwickler mit einer Lebenszeit von rund zwanzig Jahren. Die trotzdem noch benötigte Energie soll vor Ort auf nachhaltige Art und Weise gewonnen werden. Auf den Orkney Inseln könnten dies beispielsweise Wellen- oder Gezeitenkraftwerke sein. Über ein Unterseekabel wird das Rechenzentrum zum einen mit Strom versorgt. Zum anderen wird darüber auch der Datenfluss abgewickelt. Auch wenn es sich aktuell noch um eine Art Test handelt, besitzen die 864 Server unter Wasser durchaus bereits eine beträchtliche Leistungsfähigkeit: Auf ihnen können rund 5 Millionen Filme gespeichert werden. Großflächig umgesetzt könnte dieser Ansatz weltweit enorme Mengen Energie einsparen.

Es sind die ersten Tests unter realen Bedingungen

Zumal rund die Hälfte der Weltbevölkerung tatsächlich in Küstennähe lebt. So liegen beispielsweise 21 der 25 größten Städte der Welt direkt am Meer. Hier könnte es tatsächlich Sinn machen, zumindest einen Teil der benötigten Rechenzentren im Meer zu versenken. Ein weiterer Vorteil: Es wird kein oftmals wertvolles Bauland an der Küste benötigt. Noch ist dies aber alles Zukunftsmusik. Zwar hat Microsoft bereits von 2012 bis 2015 ein Vorgängermodell getestet. Doch nun muss sich das Unterwasser-Rechenzentrum erstmals unter realen Bedingungen beweisen. Durchaus möglich, dass dabei Probleme auftreten, mit denen die beteiligten Ingenieure im Vorfeld nicht gerechnet haben. Erst wenn alle Probleme im Realbetrieb beseitigt sind, kann aus dem Forschungsprojekt dann ein reales Geschäftsmodell werden.


Via: The Verge

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1 Kommentar

  1. eisvogel

    7. Juni 2018 at 12:01

    Ein weiterer Beitrag zur Erwärmung der Weltmeere.

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