Die dänische Hauptstadt Kopenhagen liegt auf mehreren Inseln. Dies hat zur Folge, dass der Platz für neue Wohnungen und Firmenansiedlungen gewissermaßen auf natürliche Weise begrenzt ist. Schon seit einiger Zeit experimentiert die Stadtverwaltung daher mit künstlich aufgeschütteten Landflächen. So wurde etwa in der Nähe des Nordhafens eine große neue Fläche geschaffen. Nun werden in der Stadt gleich zwei ähnliche Großprojekte geplant. So stellte der dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen Planungen für eine riesige neue Insel unter dem Projektnamen Lynetteholmen vor. Diese soll zum einen die Stadt vor Sturmfluten und einem steigenden Meeresspiegel schützen. Zum anderen sind auf der neu gewonnenen Fläche aber auch Wohnungen für bis zu 35.000 Menschen vorgesehen. Dadurch könnte die Situation auf dem Wohnungsmarkt in der dänischen Hauptstadt entschärft werden.


Noch ohne die geplanten künstlichen Inseln: Ein Blick aus dem All auf die dänische Hauptstadt (Bild: Gemeinfrei).

Die Inseln sollen zum Wachstumsmotor werden

Noch spektakulärer ist allerdings ein zweites Projekt. Unter dem Schlagwort „Holmene“ (dt. „die kleinen Inseln“) sollen gleich neun künstliche Inseln aufgeschüttet werden. Dort wird allerdings kein neuer Wohnraum geschaffen, sondern es soll Platz entstehen für neue Firmenansiedlungen. Die dänischen Arbeitgeber sind von dem Projekt bereits euphorisiert. So spricht Brian Mikkelsen, ehemaliger Wirtschaftsminister und heutiger Direktor des Arbeitgeberverbandes, sogar von einem „europäischen Silicon Valley“, das auf den neu gewonnenen Landmassen entstehen soll. Sein amtierender Nachfolger als Wirtschaftsminister, Rasmus Jarlov, ist von der Idee ebenfalls angetan, will die Nutzung aber keinesfalls auf Startups begrenzen. Er betont, dass in Kopenhagen auch für die klassische Industrie Flächen fehlen. Die dänische Regierung hofft daher, dass die neun neuen Inseln zu einem Wachstumsmotor für die ganze Region werden.

Die Fertigstellung ist für das Jahr 2040 geplant

Die Zahlen des Projekts lesen sich jedenfalls eindrucksvoll. So werden insgesamt 3,1 Millionen Quadratmeter an Landmasse gewonnen, auf der bis zu 380 Firmen angesiedelt werden sollen. Bis das ehrgeizige Projekt allerdings abgeschlossen sein wird, dürften noch einige Jahre vergehen. So ist der Spatenstich aktuell für das Jahr 2022 geplant. Komplett fertig und nutzbar wären die Inseln diesen Planungen zufolge dann im Jahr 2040. Noch ist öffentlich zudem nicht bekannt, welche Kosten für das Projekt veranschlagt werden. Dass dies aber ein entscheidender Faktor sein kann, zeigt das Beispiel Dubai. Dort wollten die Herrscher zahlreiche künstliche Inseln in Form der Weltkarte aufschütten lassen. Das Projekt stockt aber immer wieder aufgrund von Finanzierungsschwierigkeiten. Die Planer in Kopenhagen haben daraus zumindest eines gelernt: Ihre Inseln sind rein funktional angeordnet und wurden nicht als Touristenattraktion konzipiert.


Via: The Local

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