Wenige Minuten nach Ankunft der Feuerwehr am brennenden Bürogebäude schwirrt ein ganzer Drohnenschwarm durch Flure und Räume. Sie sind auf der Suche nach Verletzten. Die finden sie innerhalb von kürzester Zeit und alarmieren die Retter. Sie bewegen sich völlig autonom, obwohl sie eher schlicht gestrickt sind. Sie haben nicht einmal ein Navigationssystem, das ihnen bei der Orientierung hilft. Trotzdem sind sie höchst effektiv.


Bild: Guus Schoonewille, TU Delft.

Jede Drohne wieg nur 33 Gramm

Die ungewöhnlichen Schwärmer haben Forscher an der Technischen Universität Delft entwickelt. Sie wiegen gerade mal 33 Gramm und sind nur sparsam mit Elektronik ausgestattet. Dass sie sich in einer unbekannten Umgebung trotzdem blitzschnell orientieren können liegt daran, dass sie es machen wie die Insekten. Diese „merken“ sich lediglich wichtige Punkte wie Nahrungsquellen und Behausung. Dazwischen bewegen sie sich auf beliebigen Wegen beziehungsweise Flugbahnen.

Folgen einem Insektenalgorithmus

„Die Grundidee bei dieser neuen Navigationsmethode liegt darin, unsere Erwartungen an die Zielgenauigkeit extrem herunterzuschrauben“, sagt Guido de Croon, der Leiter der Forschungsgruppe. „Sie müssen lediglich zu ihrem Ausgangspunkt zurückfinden.“ Seine Doktorandin Kimberly McGuire ergänzt: „Sie folgen gewissermaßen einem Insektenalgorithmus.“ Wichtigster Teil der Bordelektronik ist ein System zur Vermeidung von Kollisionen. Bisher eingesetzte Drohnen fertigen zunächst einen Plan der Umgebung an, auf dem sie sich orientieren. Dazu ist weit mehr Rechenleistung und Speicherkapazität nötig als eine winzige Delfter Drohne transportieren kann.


Suche nach sechs Minuten abgeschlossen

Dass die kleinen Flugobjekte selten die optimale Route zwischen zwei Punkten nehmen, wie es Drohnen mit erlernter Landkarte tun, ist den niederländischen Forscher egal. Versuche haben gezeigt, dass sie dennoch in kürzester Zeit in einem Raum Dummys finden, die Opfer darstellen sollten. Innerhalb von sechs Minuten erkundeten ein Schwarm von sechs Drohnen 80 Prozent einer kompletten Büroetage. Dabei helfen sie sich sogar gegenseitig. Bei einer Drohne war die Kamera ausgefallen, als sie einen Dummy entdeckt hatte. Eine zweite Dohne mit intakter Kamera kam zu Hilfe, weil sie das Zufallsprinzip zur gleichen Stelle geführt hatte.

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