Bienen sind maßgeblich für die Befruchtung von Pflanzen verantwortlich, indem sie Pollen von einer zur anderen Blüte tragen. Außerdem sind sie auf die Pollen zu Ernährungszwecken angewiesen. Damit die gesammelten Pollen nicht von den Beinen der Bienen wieder zu Bohnen fallen, nutzen die Tiere einen speziellen Kleber aus zuckerhaltigem Bienenspeichel und einer Beschichtung aus Pflanzenöl. Das Prinzip hinter diesem Kleber könnte auch in synthetischen Klebern zum Einsatz kommen.


Eine Honigbiene entfernt sich von einer Blüte

Honigbienen verwenden Kleber mit zwei Komponenten

Honigbienen verbringen jeden Tag mehrere Stunden damit, von Blüte zu Blüte zu fliegen und dort Nektar und Pollen zu sammeln. Zum Transport des Blütenstaubs kommen dabei sogenannte Körbchen an den Hinterbeinen der Tiere zum Einsatz. Dabei handelt es sich um Strukturen, an denen der Blütenstaub sich in Päckchen absetzt. Dabei lösen die Bienen ein Problem, mit dem sich synthetische Kleber schon seit langem herumschlagen: Sie können mit ihrem Biokleber unter verschiedensten Bedingungen – inklusiven bei Deuchte, aber auch bei Wind und Trockenheit – Haftung erzeugen.


Das haben Carson Meredith und sein Team vom Georgia Institute of Technology in Atlanta zum Anlass genommen, die Funktionsweise des Bienenklebers genauer unter die Lupe zu nehmen.

Im Vorfeld war bereits bekannt, dass der Blütenstaub-Kleber aus dem zuckerhaltigen Speichel der Bienen sowie einem pflanzenbasierten Stoff besteht. Die Forscher wollten aber mehr über den Kleber erfahren und untersuchten Löwenzahnpollen, der von Honigbienen stammte. Dabei infizierten sie sowohl den Bienenspeichel als auch eine mit dem Nektar nicht mischbare Phase, bei der es sich wahrscheinlich um Pollenkitt handelt – eine klebrige Masse, die die äußere Hülle von Pollen umgibt und einen hohen Fettanteil hat.

Inspiration für synthetische Klebstoffe

Um herauszufinden, wie die beiden Bestandteile miteinander agieren, trennten sie die zuckerhaltige Komponente von der ölbasierten. Ohne die ölhaltige Schicht haftete der Kleber jedoch deutlich schlechter und nahm auch mehr Wasser auf, was seine Klebewirkung weiter verminderte. Wurde die Luft zu trocken, trocknete der Kleber schnell aus.

Wenn die ölige Phase vorhanden ist, ist der Haftungsverlust unter gleichen Bedingungen nur halb so hoch. „ Es funktioniert wie eine Schicht Bratöl, die eine Pfütze aus Sirup überzieht. Das Öl schirmt den Sirup von der Luft ab und verlangsamt das Austrocknen oder Nasswerden auf diese Weise erheblich„, so Meredith.

Die Forscher arbeiten zur Zeit unter der Hypothese, dass sich das Konzept hinter dem Bienenkleber auch auf synthetische Klebstoffe übertragen lässt, sodass diese weniger empfindlich auf Änderungen der Luftfeuchtigkeit reagieren. Außerdem fanden die Forscher heraus, dass der Kleber umso leichter gelöst werden kann, desto langsamer und stetiger Kraft auf ihn ausgeübt wird. „ Dies ist eine Eigenschaft der Kapillaradhäsion, die für eine Reihe von Anwendungen genutzt werden könnte„, so Meredith weiter.

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