Die Natur bietet immer wieder die schönsten Vorbilder: In diesem Fall haben Forscher der Harvard University einen genauen Blick auf die Biene geworfen, um einen winzigen fliegenden Roboter zu entwerfen, der unterwegs zum Krafttanken Pausen einlegen kann: Dazu haftet er sich auf ausgeklügelte Weise an Oberflächen fest.


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Die Robo-Biene während einer Flugpause / Foto: Harvard Microrobotics Lab, Harvard University

Anhaftkraft stammt aus der Elektrostatik

Eine der spannendsten Eigenschaften von Insekten besteht darin, dass sie Wände hochlaufen und sich unter Blättern kopfüber festsetzen können. Damit erobern sie sich zahlreiche Oberflächen zum Pausieren und Verstecken, die ohne Krallen oder besondere Klebe-Elemente an den Beinen gar nicht für sie zugänglich wären. Für uns Menschen bleibt deshalb auch immer nur der mehr oder weniger waagerechte Boden, um uns darauf zu bewegen. An der Harvard University hat man sich nun überlegt, es den Bienen gleichzutun, denn die dort entwickelten Mini-Drohnen benötigen wie ihre lebendigen Vorbilder Pausen, um Energie zu sparen. Nur so wird es möglich, längere Strecken zurückzulegen, ohne dass den kleinen Fliegern buchstäblich die Puste ausgeht. Damit diese kurzen Zeiten der Rast an möglichst vielen variablen Orten stattfinden können, wurden die Flugroboter mit einem »Anhaftsystem« für verschiedene Oberflächen ausgestattet. Krallen, die aus vielen winzigen beweglichen Teilen bestehen, wären hier allerdings zu kompliziert, wohingegen die Anhaftung per Klebkraft ein energiereiches Ablösesystem erfordern würde. Darum setzen die Erfinder in diesem Fall auf Elektrostatik!

Hier seht hier den winzigen Roboter in Aktion


Mini-Drohne wiegt nur 100 Milligramm und ist schaumstoffgepolstert

Die Mini-Drohnen legen ihre Pausen sowohl auf der Oberfläche von Glas und Holz als auch auf Blättern von Pflanzen ein, genauso wie echte Bienen. Sie bringen auch ein sehr ähnliches Gewicht auf die Waage, nämlich 100 Milligramm – der kleine Halterungsmechanismus am Kopf nimmt davon 13,4 Milligramm in Anspruch. Er funktioniert ähnlich wie ein statisch aufgeladener Luftballon, allerdings ohne allmählich die Haftung zu verlieren, und ist mit Schaumstoff unterlegt, um die elektronische Biene vor einem allzu harten Aufprall zu schützen. Zum Ablösen schaltet sich die Stromversorgung der Halterung ab, während der Pause verbraucht das innovative Gerät 1000 Mal weniger Energie als unterwegs in der Luft. Allerdings hängt die Mini-Drohne aktuell noch an feinsten Stromkabeln, soll aber bald eine winzige Batterie erhalten. Außerdem kann sie nur mit dem Kopf andocken und deshalb ausschließlich an Unterseiten von Gegenständen oder an Raumdecken andocken. Auch das soll sich bei zukünftigen Weiterentwicklungen, wie zum Beispiel der Robo-Fliege, ändern. Bleibt nur die Frage: Was soll die Aufgabe dieser winzigen Flieger sein?


Quelle: www.scinexx.de

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1 Kommentar

  1. eisvogel

    22. Mai 2016 at 15:35

    Ja für Spionage natürlich & Überwachung. Wenn die Bienen oder bestäubende Insekten ausgestorben sind, brauchen wir Ersatz.

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