Der Weltraum rund um die Erde herum ist voller Müll. Geschätzte 600.000 künstliche, nicht funktionale Objekte mit einer Mindestgröße von einem Zentimeter umkreisen unseren Planeten. Senkt man die Mindestgröße, kommt die Menge an Teilchen schnell in die Millionen. An der Tsinghua Universität in Peking wurde nun ein Raumfahrzeug entwickelt, dass die Mengen an Weltraumschrott in der Umlaufbahn der Erde nutzen soll. Und zwar als Treibstoff.


Space Debris
Bild: Space Debris, Zanpei, Flickr, CC BY-SA 2.0

Weltraumschrott als Energiequelle

Das von Forschern der Universität entwickelte Raumschiff soll in der Lage sein, Weltraumschrott in positiv geladenes Plasma umzuwandeln und damit als Treibstoff zu nutzen. Die Umwandlung erfolgt, indem der Müll aus dem All gesammelt und auf sehr hohe Temperaturen gebracht wird. Dabei werden die Objekte mit einer Art Netz förmlich aus dem All gefischt, wobei das System sich auf Schrott von unter 10 cm Größe konzentriert. Diese werden dann vom Antrieb des Raumfahrzeugs in ein Pulver verwandelt, das dann erhitzt und in Plasma umgewandelt wird.

Eine Reihe unbekannter Faktoren

Der zugrunde liegende Prozess ist recht kompliziert, und es gibt noch eine Reihe von unbekannten Faktoren. Beispielsweise ist den Forschern nicht klar, wie genau unterschiedliche Größen von Weltraumschrott auf den Prozess reagieren würden. Außerdem ist unklar, welcher Vortrieb mit dem System erreicht werden könnte. Dennoch zeigt das Team sich zuversichtlich und sagt, dass das System sogar für interplanetare Reisen genutzt werden könnte.


In the near future, Star Trek will not just be a dream; human exploration will extend to the deep universe”, heißt es in dem Artikel, in dem das System vorgestellt wird.

Ein solches Raumschiff könnte theoretisch eine unbegrenzte Zeit im Erdorbit verbringen, da der Vorrat an Treibstoff praktisch nicht zur Neige gehen könnte. Die einzige Limitierung könnte von der Energie kommen, die das Raumfahrzeug selber benötigt. Diese könnte mittels Solar- oder Atomenergie gewonnen werden.

Ob das Konzept eines Tages wirklich umgesetzt wird, muss sich noch zeigen. Interessant ist diese Idee allerdings allemal.

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