Auf der gerade laufenden Computerspielmesse Gamescom sind Virtual-Reality-Brillen ein absoluter Publikumsmagnet. Auch das Fachpublikum ist sich einig: Diese neue Form der virtuellen Darstellung wird die Spielebranche revolutionieren. Den ultimativen Test beim Endverbraucher haben die Brillen allerdings noch vor sich. Auch auf der Kölner Messe konnten noch keine größeren Operationen in der virtuellen Realität unternommen werden, sondern jeweils nur kleine Demos absolviert werden. Dennoch wurde das Potential der Technik weit über den Bereich der Computerspiele hinaus deutlich.


Microsoft arbeitet mit der NASA zusammen

So arbeitet Microsoft beispielsweise momentan mit der NASA an einem Projekt namens Sidekick. Dabei soll die HoloLens-Brille die aktuelle Sicht der Astronauten auf die Erde übertragen. Von dort könnten sie dann wissenschaftliche und technische Unterstützung erhalten. Ein erster Versuch scheiterte allerdings daran, dass die Trägerrakete, die die Brillen ins All transportieren sollte, direkt nach dem Start explodierte. Vorausgesetzt das Projekt wird ein Erfolg, ließe sich die Technik auch auf andere Bereiche übertragen. So könnten Ärzte beispielweise während einer komplizierten Operation mit weit entfernten Spezialisten Einschätzungen austauschen.


Das Kickstarter-Projekt Virtualizer hat sich zudem zum Ziel gesetzt, den Spieler tatsächlich in virtuelle Räume zu versetzen. Architekten könnten diese Technik später dann nutzen, um ihre Entwürfe in der künstlichen Welt auf Schwachstellen zu überprüfen und dann den Kunden so realitätsnah wie möglich zu präsentieren. Ähnliches gilt für neu entwickelte Techniken beispielsweise in einer Fabrik. Welches Potential Crowdfunding in diesem Bereich besitzt, zeigt die Geschichte des Unternehmens Oculus Rift. Zunächst per Kickstarter finanziert, gehört das Unternehmen heute zu Facebook und ist einer der führenden Anbieter auf dem Markt für Virtual-Reality-Brillen.

Neue Formen der Erlebniswerbung sind möglich

Auch im Bereich der Werbung und des Marketing bieten die neuartigen Brillen erstaunliche Möglichkeiten. So haben die Vereinten Nationen beispielsweise einen Film produziert, der den Zuschauer direkt in ein Flüchtlingslager in Jordanien versetzt. Die Zuschauer berichteten anschließend, dass dies eine viel intensivere Erfahrung gewesen sei, als das Betrachten der bekannten Bilder aus dem Fernsehen. In diesem Fall wurde die Technik also genutzt, um Aufmerksamkeit auf ein wichtiges Thema zu lenken. Denkbar wäre aber beispielsweise auch, dass man virtuelle Probefahrten in einem Auto unternimmt oder ähnliche Formen der Erlebniswerbung entwickelt werden.

Die Aufmerksamkeit der Industrie ist groß

Neben Microsoft und Facebook haben auch andere große Unternehmen das Potential des Marktes bereits erkannt. So arbeiten die Konzerngiganten Sony und HTC bereits an eigenen Entwicklungen. Und natürlich ist auch Google in diesem Bereich weiterhin tätig, auch wenn das Projekt Google Glass zunächst kein Erfolg war.

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.