Den Wäldern in Deutschland wird derzeit ziemlich zugesetzt. 2019 ist das zweite Jahr in Folge, in dem die Flora und Faune in Europa mit einer massiven Trockenheit zu kämpfen hat. Zu allem Überfluss gesellt sich dieses Jahr noch eine Borkenkäferplage dazu. Die Auswirkungen der Kombination aus Käferplage und den Folgen des Klimawandels sind massiv genug, dass deutsche Waldbesitzer von einer „Jahrhundertkatastrophe“ sprechen. Die Folgen dieser Katastrophe werden nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch spürbar sein.


Foto: Forrest, Simon Gehrig, Flickr, CC BY-SA 2.0

Waldsterben verursacht hohe Kosten

Etwa 110.000 Hektar Wald sind Schätzungen zufolge bereits von Stürmen, Trockenheit und Borkenkäfern zerstört worden. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) schätzt, dass zur Wiederaufforstung etwa 300 Millionen Bäume nachgepflanzt werden müssen. Die Wiederaufforstung der Wälder ist teuer, aber aus ökologischen Gesichtspunkten heraus schlicht erforderlich.

In den Jahren 2018 und 2019 fielen nach Schätzungen der AGDW allein 70 Millionen Festmeter Schadholz an – also abgeknickte oder aufgrund von Käferbefall abgestorbene Bäume. Allein der Abtransport dieser Schadholzmassen wird etwa 2,1 Milliarden Euro kosten. Hinzu kommen die Kosten der Wiederaufforstung, die sich auf weitere 640 Millionen Euro belaufen werden. Zwar gibt es Hilfsangebote von den Ländern und dem Bund, aber diese reichen schlicht nicht aus, um die entstehenden Kosten zu decken.


Die Folgen bekommen finanziell vor allem die Forstbetriebe zu spüren. „ Die Dürre und die vorangegangenen Stürme haben ganze Wälder in Mittel- und Ostdeutschland zerstört. Für manche Forstbetriebe ist dies existenzbedrohend, da der Markt mit dem beschädigten Holz übersättigt ist und sich die Holzpreise halbiert haben oder noch weiter gesunken sind„, so AGDW-Sprecherin Larissa Schulz-Trieglaff.

Klimawandel als Hauptgrund für das Waldsterben

Einer der Hauptgründe – wenn nicht den Hauptgrund – für das vermehrte Waldsterben ist in den Augen vieler Experten der fortschreitende Klimawandel. So regieren bestimmte Insekten und Pilze beispielsweise sehr schnell auf Klimaveränderungen und vermehren sich geradezu explosionsartig. Unter den sich vermehrenden Insekten sind auch zahlreiche Schädlinge, die Bäume befallen und sie schädigen oder kahlfressen.

Zu den Insektenarten, die sich besonders schnell vermehren, gehört auch der Fichtenborkenkäfer. „ Normalerweise kann die Fichte die Käfer durch Harzbildung abwehren. Aber wenn es zu trocken wird, hat sie kein Wasser und damit kein Harz mehr. Dann kann es innerhalb weniger Wochen zum Absterben der Bäume kommen„, erklärt Olaf Schmidt, Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF).

Des Weiteren breitet sich derzeit eine wärmeliebende Pilzart aus, die die Ahorn-Rußrindenkrankheit verursacht. Das ist auch deshalb problematisch, weil die entsprechenden Pilze auch für Menschen schädlich sind.

Und auch direkte Folgen des Kimaeinflusses werden sichtbar. So gibt es vermutlich wärmebedingte Schäden an zahlreichen Buchenbeständen, die zu dürren Kronen führen. Experten vermuten, dass es sich dabei um Schäden durch die intensive Sonneneinstrahlung handelt.

Das vermehrte Waldsterben stellt die Waldbesitzer vor Probleme. Egal, ob es sich um Privatleute, Kommunen oder Bundesländer handelt: Die finanzielle Belastung ist enorm – ganz zu schweigen vom Arbeitsaufwand. Und wenn dem Waldsterben nicht Einhalt geboten wird, wird das deutliche ökologische Folgen haben.

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1 Kommentar

  1. blackcrack

    24. Juli 2019 at 20:05

    klar, wenn man so dumm ist und Monowälder aufbaut und keine Obstbäume und ähnliches nicht mit einbaut
    sondern nur scharf ist um mit Monowälter, also reine Tannenwälder oder andere Monowälder nur Geld zu machen,
    Nun werden schnell wachsende Bäume aus dem Ausland auch noch importiert, die man nach wenigen Jahren fällen kann
    die bis dahin mindestens mehr als 50 Cm Umfang haben..
    Besser wäre es, Mischwälder auf zu bauen und dann wieder so was wie ein Urwald entstehen zu lassen, dass auch Waldtiere davon profitieren können und sich sogar auch über den Winter locker ernähren können und nicht von Jäger zugefüttert werden müssen um dann den es legitim hinstellen zu können den Bestand dann zu kontrollieren.

    An dieser stelle ist vieles im argen und könnte um einiges besser gehändelt werden, wenn statt Monowälder, Mischwälder aufgebaut werden würde, so könnten auch Käfer und Raupenplagen unter Kontrolle galten werden .

    Die Monowälder waren das schlimmste was man damals machen konnte ..

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