Was es für menschliche Gesangsartisten längst gibt, soll nun auch für Vögel auf den Markt kommen. Eine Anwendung, die die Stimme und den Gesang verschiedener Vogelarten erkennt. Der Nutzer bekommt dann ein Bild der Vogelart angezeigt und erhält außerdem weitere Informationen über Lebensweise und Verbreitung der Spezies. Die Entwickler hoffen so, wieder mehr Leute dazu bewegen zu können, bewusst in die Natur zu gehen und sich mit lokalen Vogelarten zu identifizieren. Gleichzeitig leistet das Projekt aber auch einen Beitrag zum Erhalt der Vielfalt an Vögeln. Die identifizierten Vogelarten und deren Standorte werden nämlich in einer Datenbank gesammelt und analysiert.


Warblr
Warblr App Interface via Kickstarter

Vögel sind wichtig für unser Öko-System

Nutzen genügend User die App, entstünde so stets ein recht aktueller Überblick über die tatsächliche Verbreitung der Vogelarten. Entwickelt wurde die Applikation in Großbritannien, sie wurde aber auch schon in Brasilien getestet. Dort erreichte sie – unter optimalen Voraussetzungen – einen Erkennungswert von 95 Prozent. Da verschiedene Kontinente über verschiedene Vogelarten verfügen, soll die Warblr-App zukünftig auch auf den Nordamerikanischen und Gesamteuropäischen Markt zugeschnitten werden. Mit Hilfe der gewonnen Daten hoffen die App-Entwickler so, Bedrohungen für bestimmte Vogelarten frühzeitig zu erkennen und Hinweise auf deren Ursache zu erhalten. Mit konkreten Zahlen lässt sich zudem das Problembewusstsein der Öffentlichkeit steigern.

Vögel sind dabei nicht nur wegen ihrer Stimme von Bedeutung. Vielmehr leisten sie auch wichtige Beiträge zu unserem Ökosystem. So tragen sie zur Kontrolle von Pflanzenschädlingen bei und spielen eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Pflanzensamen. Eine aktuelle Studie des „Pan-European Common Bird Monitoring Scheme“ kommt allerdings zu dem Schluss, dass sich innerhalb der letzten 30 Jahre die Gesamtzahl der Vögel in Europa um 421 Millionen Exemplare verringert hat. Dabei war ein gegensätzlicher Trend zu beobachten. Während die eigentlich weit verbreiteten Einheimischen Arten einen Großteil der Verluste zu verkraften hatten, kam es bei eher seltenen und exotischen Arten sogar zu einem Anstieg der Gesamtzahl.


Anschubfinanzierung von 50.000 Pfund wird benötigt

Auch zur Erklärung dieses Phänomens könnten die Daten der Warblr-App langfristig einen Beitrag leisten. Bisher allerdings existiert lediglich ein Prototyp der Applikation. Dieser soll noch einmal überarbeitet werden und dann zunächst in Großbritannien auf den Markt kommen. Zur Finanzierung des Projekts wird momentan Geld auf der Crowdfunding-Plattform „Kickstarter“ gesammelt. Die Initiatoren hoffen, dort insgesamt 50.000 Pfund einsammeln zu können. Sollte diese Art der Finanzierung erfolgreich sein, soll die fertige Anwendung dann im Frühjahr 2015 auf den Markt kommen. Später dann soll sich das Unternehmen selbst tragen und aus den Erlösen der App – es ist ein Preis von 1,99 Pfund angedacht – finanzieren.

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