Der medizinische Fortschritt hat zwar dafür gesorgt, dass unsere Lebenserwartung stark angestiegen ist. Von der Unsterblichkeit sind wir allerdings noch weit entfernt. Dennoch kann es nicht schaden, einmal über den eigenen Zeithorizont hinaus zu schauen. Vor diesem Hintergrund hat der Computeringenieur Danny Hillis eine Uhr namens „The Clock of the long now“ konzipiert. Diese soll lediglich einmal jährlich für einen kurzen Moment in Betrieb gehen. Nach einhundert Jahren wird sich dann auch der zweite Zeiger erstmals bewegen. Der Sinn hinter der Aktion: Den Menschen soll näher gebracht werden, nicht in Stunden und Tagen zu denken, sondern Jahrzehnte und Jahrhunderte ins Blickfeld zu nehmen. Bei vielen aktuellen Thematiken – etwa dem Kampf gegen den Klimawandel – könnte dieser Ansatz durchaus hilfreich sein.


Pkirlin at en.wikipedia [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

Diese fünf Bedingungen müssen erfüllt werden

Es handelt sich aber keineswegs einfach nur um eine sehr langsame Uhr. Vielmehr müssen noch einige weitere Bedingungen erfüllt werden:

1. Die Uhr muss 10.000 Jahre halten.


2. Technologien aus der Beonzezeit sollen zur Wartung ausreichen.

3. Die dahinter stehende Mechanik muss während des laufenden Betriebs nachvollzogen werden können.

4. Verbesserungen müssen umsetzbar sein.

5. Der Ansatz muss sich bei Uhren verschiedener Größen realisieren lassen.

Dementsprechend teuer ist das Projekt allerdings auch. Vorangetrieben wurde es lange Zeit durch die Stiftung „Long Now Foundation“. Mit den Geldern wurde unter anderem der Bau mehrer Prototypen finanziert. Mit Amazon Boss Jeff Bezos ist nun aber noch ein weiterer finanzkräftiger Unterstützer der Idee hinzugekommen.

Die benötigte Energie wird auf interessante Art und Weise generiert

Der Amazon-Chef stellte nicht nur ein Grundstück für den Bau der 160 Meter hohen Uhr zur Verfügung, sondern übernahm mit einer Spende in Höhe von 42 Millionen Dollar auch einen Großteil der geschätzten Baukosten. Über die Motivation des Managers für diese Großzügigkeit ist nichts bekannt. Er selbst gab lediglich an, von dem Projekt fasziniert zu sein. Klar ist auch: Leisten kann Bezos sich den Spaß in jedem Fall. Interessant ist zudem, wie die Frage der Energiegewinnung bei der sich in einer unterirdischen Höhle befindlichen Uhr gelöst wurde: Sie nutzt den Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht aus und gewinnt so dauerhaft – und unabhängig von menschlicher Infrastruktur – ausreichend Energie für den Eigenbetrieb.

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