In der letzten Woche hat US-Präsident Donald Trump den Handelsstreit mit China wieder einmal ein Stück weiter eskalieren lassen. Forscher haben nun davor gewarnt, dass dem Konflikt große Flächen an Regenwald zum Opfer fallen könnten. Allerdings nicht in China oder den USA, sondern in Brasilien. Was auf den ersten Blick etwas merkwürdig erscheint, erklärt sich durch die weltweiten Handelsströme. China nämlich importiert schon seit längerer Zeit immer mehr Soja. Die Pflanzen werden in der Regel zur Tierfütterung eingesetzt, um die ansteigende Nachfrage nach Fleisch im Reich der Mitte zu befriedigen. Durch den Handelsstreit sind nun aber die Soja-Importe aus den Vereinigten Staaten stark zurückgegangen. An dieser Stelle kommt nun Brasilien ins Spiel.


Aus Regenwald wird Weideland

Denn das Land ist schon heute der größte Soja-Exporteur der Welt und könnte nun auch die Lieferungen nach China noch einmal deutlich ausweiten. Die Vergangenheit hat aber gezeigt: Immer wenn in dem südamerikanischen Land mehr Soja angebaut wurde, ging dies mit der Zerstörung von großen Flächen Regenwald einher. Grund dafür ist eine fatale Kettenreaktion: Normalerweise wird zunächst Weideland genutzt, um dort Soja anzubauen. Die Nutztiere benötigen aber naturgemäß auch weiterhin einen Platz, sodass anschließend Regenwald gerodet wird, um neue Weideflächen zu schaffen. Auf Naturschutzgebiete oder den Lebensraum der indigenen Bevölkerung wird dabei oftmals keine Rücksicht genommen. Alleine in diesem Jahr sind daher bereits elf Menschen in der Folge von Landkonflikten umgekommen.


Die Regenwälder dienen als wichtiger CO2-Speicher

Ein Rechenbeispiel verdeutlicht, wie große die Problematik tatsächlich ist. Würde Brasilien den gesamten bisherigen US-Anteil am Soja-Export nach China übernehmen, bräuchten die Agrarunternehmen rund 12,9 Millionen Hektar zusätzliches Land. Dies entspricht in etwa der Größe Griechenlands. Selbst wenn nur die Hälfte davon durch Rodungen des Regenwalds gewonnen wird, hätte dies fatale Auswirkungen auf das örtliche Ökosystem und den globalen Kampf gegen den Klimawandel. Denn die mächtigen Regenwälder speichern gewaltige Mengen CO2, die bei der Rodung freigesetzt werden. Gleichzeitig wird vielen Tieren und Pflanzen dadurch der Platz zum Leben genommen. Beim Soja-Anbau selbst wiederum kommen in der Regel Pflanzenschutzmittel zum Einsatz, wodurch beispielsweise Flüsse verunreinigt werden können.

Via: Business Insider

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