Allein in den Vereinigten Staaten sterben jedes Jahr etwa 33.000 Menschen in Verkehrsunfällen. In Deutschland waren es 2015 3475 Menschen. Mehrere Unternehmen arbeiten an selbstfahrenden Fahrzeugen und argumentieren, dass ein funktionierendes und gut vernetztes System solcher autonomer Autos die Sicherheit im Straßenverkehr deutlich erhöhen würde. Der Vorsitzende der amerikanischen Verkehrsbehörde National Transportation Safety Board (NTSB), Christopher Hart, glaubt jedoch nicht daran, dass der Mensch als Fahrer jemals ganz ausgedient haben wird. Und seine Argumente sind durchaus überzeugend.


Kein autonomes Auto ohne Fahrer

Hart ist sich sicher, dass die Autos der Zukunft deutlich sicherer sein werden als heutige Modelle. Das ist an sich erstmal keine überraschende Meinung, schließlich wird fortwährend daran gearbeitet, bestehende Sicherheitstechnologien zu verbessern und neue zu entwickeln. Allerdings geht Hart davon aus, dass der Mensch als Fahrer nie vollständig eliminiert werden wird. Dennoch setzt Hart viel Hoffnung in Systeme zum autonomen Fahren: „Für Jahrzehnte haben wir uns darauf konzentriert, Verletzungen zu mildern, wenn es zu einem Unfall kommt. Wir haben Gurte zum Anschnallen, Airbags und stabilere Konstruktionen. Aber nun haben wir die Möglichkeit, den Crash von vornherein zu verhindern.“


Aus Erfahrungen bei der Untersuchung von Crashs von Zügen und Flugzeugen mit Autopilot-Systemen weiß das NTSB jedoch, dass es auch zu Unfällen kommen kann, wenn der Fahrer oder Pilot sich zu sehr auf die Automatisierung verlässt. Aus Sicht Harts wird es auch langfristig keine automatisierte Autos geben, die ganz ohne Input vom Fahrer auskommen. Und die Tatsache, dass es immer noch einen menschlichen Faktor geben wird, stellt eine Herausforderung für die Branche dar.

Sein zweites Argument ist eher ein praktisches: Die Menschen fahren einfach gerne. Bis sie die Kontrolle über ihr Fahrzeug komplett aufgeben, muss laut Hart noch einiges in den Köpfen passieren.

Mehr Regulierung wird notwendig werden

Nach der Ansicht Harts ist es auch Aufgabe der Regierung, regulierend in die ethischen Fragen des autonomen Fahrens einzugreifen. Das klassische Szenario ist eine Situation, bei der sich der Computer entscheiden muss, ob er den Fahrer oder eine Gruppe Fußgänger tötet. Diese Frage ist hochkomplex und sollte nach Harts Meinung nicht individuell von den Herstellern getroffen werden.

Unterm Strich ist festzuhalten, dass auch die amerikanischen Regierungsbehörden der Zukunft des autonomen Fahrens optimistisch entgegensehen. Allerdings wird die Entwicklung nicht ohne Eingriffsmöglichkeiten des Fahrers und regulierende Maßnahmen seitens des Gesetzgebers stattfinden.

Via MIT Technology Review

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