Der in London lebende Dhruv Boruah war früher als Unternehmensberater tätig und arbeitet oftmals nicht weniger als 14 Stunden am Tag. Doch irgendwann stellte er sich eine simple Frage, die sein Leben verändern sollte: „Wann habe ich zum letzten Mal einen Stern gesehen?“. Also gab er seine bisherige Tätigkeit auf und suchte nach neuen Aufgaben. Wirklich konventionell ging er dabei nicht vor. So nahm er unter anderem an einem Yacht-Rennen teil, dass von Rio de Janeiro nach London führte. Im Anschluss daran unterhielt er sich mit einigen Teilnehmern und erfuhr von einer schaurigen Beobachtung: Diese hatten während ihrer Fahrt mitten auf dem Atlantik zwei Schildkröten gesehen, die von Plastikmüll eingefangen worden waren und sich nicht mehr selbst befreien konnten. Boruah traf daraufhin eine Entscheidung und verschrieb sich dem Kampf gegen die Verschmutzung der Weltmeere.


Mit dem Fahrrad sammelt er so viel Müll wie möglich ein

Auch hier beschritt er allerdings ganz neue Wege und baute sich zunächst ein Fahrrad aus Bambus, das er anschließend mit zwei gelben Luftpolstern an den Seiten versah. Dadurch wurde es möglich, mit dem selbst gebauten Gefährt auch über Wasser zu fahren. Als finales Puzzlestück ergänzte er noch einige Fischernetze und machte sich dann auf zu Touren über die Themse und die Londoner Kanäle. Unterwegs sammelt er alles ein, was im Wasser schwimmt und dort nichts zu suchen hat. Dies reicht von alten Plastiktüten über Zigarettenstummel bis hin zu Fast-Food-Verpackungen. Das Ziel der Aktion ist es aber natürlich nicht, die Gewässer der Stadt vollkommen vom Plastikmüll zu befreien. Diese Aufgabe wäre wohl auch für den engagiertesten Aktivisten nicht alleine zu bewältigen. Stattdessen will Boruah während seiner Fahrt mit neugierigen Passanten ins Gespräch kommen und dafür werben, möglicht auf die Nutzung von Einweg-Plastik zu verzichten.

Zahlreiche Helfer unterstützen die Arbeit inzwischen

„Es ist eine großartige Gelegenheit, um ein Gespräch zu beginnen und dann kann ich ihnen von meiner Arbeit und dem Plastik berichten und wie alles hier in den Kanälen beginnt“, erklärte der Amphibienradler gegenüber dem Nachrichtensender CNN seine Vorgehensweise. Inzwischen hat er seine Aktivitäten aber auch ein wenig formalisiert und unter das Dach des „The Thames Project“ gestellt. Inzwischen ist Boruah zudem in den meisten Fällen nicht mehr alleine unterwegs, sondern wird von zahlreichen freiwilligen Helfern begleitet. Diese nutzen in der Regel zwar kein selbstgebautes Wasserfahrrad, sammeln aber mit kleinen Botten ebenfalls viel Plastikmüll ein. Bei einer Aktion in Birmingham konnten auf diese Weise stolze 275 Kilogramm Plastikmüll eingesammelt werden.


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