Der Ausbruch von Ebola in Westafrika ist der Schlimmste, der je aufgezeichnet wurde. Viele befürchten, dass der Virus nach Europa oder in die USA übergreifen und eine Bedrohung für die gesamte Menschheit werden könnte. Viele sprechen sich für ein Flugverbot in die infizierten Länder aus (in den USA hat eine Umfrage ergeben, dass 70 % der Amerikaner diesen Vorschlag unterstützen). Doch würde das tatsächlich helfen?


Ebola
Foto: Cynthia Goldsmith CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Nicht absehbare Komplikationen

Obwohl eine große Mehrheit der Bevölkerung und auch Politiker dafür sind, warnen Experten vor diesem Schritt. Ohne Flugverkehr würden Touristen und andere Fremde in diesen Ländern festsitzen. Wahrscheinlich würden diese dann die Ausreise aus angrenzenden Ländern versuchen, was die Flugzeit und das (minimale) Risiko auf eine Infektion erhöht. Der Statistiker Nate Silver hat zu dem aufgezeigt, dass der Großteil der Flüge aus Westafrika aus Ländern kommt, die nicht oder kaum von Ebola betroffen sind.

Weiterhin würde ein Flugverbot der Wirtschaft dieser Länder enormen Schaden zufügen und damit die Möglichkeiten senken, die Krise unter Kontrolle zu bekommen (aktuell sind trotz Hilfeleistungen aus der ganzen Welt nicht genügend Kapazitäten vorhanden). Weiterhin würde so die Einreise von Helfern erschwert, was den Ausbruch nur verstärken dürfte. Studien der USA und GB haben zu dem ergeben, dass nur etwa drei Infizierte pro Monat die Regionen verlassen.


Nigeria und Senegal machen es vor

Man könnte auch einen Schritt weitergehen und sämtliche Flüge aus Afrika einstellen, um ganz sicher zu gehen. Die Millionen von Touristen werden begeistert sein. Ebenso bricht diese Regelung zusammen, sobald auch nur ein Land nicht einwilligt. Auch die Möglichkeit, Millionen von Infizierten unter Quarantäne zu setzen, ist nicht umsetzbar. Es vergehen 21 Tage bis erste Anzeichen von Ebola auftreten, genügend Zeit um den Virus ausgiebig zu verbreiten. Nigeria und Senegal haben außerdem gezeigt, dass dies völlig unnötig ist.

Menschen werden immer einen Weg finden, auszureisen, egal wie sehr man es verbieten will (siehe DDR). Der beste Weg, um Ebola zu bekämpfen, ist vor Ort die Neuinfektionen so gut es geht einzudämmen – und dabei müssen alle mithelfen.

Quelle: iflscience

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1 Kommentar

  1. Chris

    26. Oktober 2014 at 10:39

    Bei Ebola geht es, wie auch bei anderen Krankheiten, nur um den Profit von Konzernen. Ebola kann behandelt werden.
    https://www.google.de/?gws_rd=ssl#q=ebola+nano+silver&safe=off&tbs=lr:lang_1de&lr=lang_de

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