Es ist eine Binsenweisheit, dass Menschen das Fleischessen einfach im Blut liegt. Aber: Stimmt das überhaupt, oder gab es ganz früher mal eine Phase, in der wir uns rein pflanzlich ernährten? Einige Anhaltspunkte sprechen tatsächlich dafür, dass unseren Vorfahren einst vegetarisch lebten. Als sie das Fleisch für sich entdeckten, erlebten sie einen Entwicklungsboost!


Für ein saftiges Stück Steak müssen wir nicht mehr jagen gehen Bild: Steak, Taryn, Flickr, CC BY-SA 2.0

Schluck- und Kaumechanismus für Pflanzenfresser

Anatomisch gesehen dürften die frühen Menschen eher Pflanzenesser gewesen sein, denn unser Schluckmechanismus ist darauf ausgelegt, gründlich zerkaute Speisen in den Magen zu befördern. Das ist sonst bei vegetarisch lebenden Tieren der Fall, die ihre Kost nur dann ausreichend verwerten können, wenn sie vorher alles gut zermahlen haben. Fleischfressende Lebewesen schlucken hingegen ihre Nahrung in der Regel in dicken Brocken herunter, um sie dann erst im Magen zu verdauen. In unserem Speichel befindet sich ausgerechnet ein Enzym zum Abbau pflanzlicher Stärke, ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Kauprozess der Vorverdauung von Pflanzen diente.

Fleischkonsum ließ unser Großhirn rasant wachsen

Unser Darm weist Gärkammern für unverdauliche Pflanzennahrung auf, die sich zwischen speziellen Muskelfasern befinden. Dies ist ein Kennzeichen für Pflanzenfresser und Allesfresser, die fast nur Pflanzenmaterial zu sich nehmen. Der menschliche Körper kann auch das lebenswichtige Vitamin C nicht selbst bilden, wie es bei angestammten Fleischfressern der Fall ist. Und doch gelangten wir irgendwann in der Historie an den Punkt, dass wir Fleisch zu uns nahmen: Das bewirkt ein explosionsartiges Wachstum unseres Großhirns.


Was früher einmal gut war …

Vielleicht benötigten die Menschen gerade zu diesem Zeitpunkt diesen Boost für ihre Weiterentwicklung, und die gesteigerte Energiezufuhr machten sie durch anstrengende Jagdtätigkeiten wieder wett. Heute müssen wir uns überhaupt nicht mehr anstrengen, um jeden Tag ein saftiges Stück Fleisch auf den Teller zu bekommen, und auch das Gehirn profitiert nicht weiter davon. Der oftmals hohe Fettgehalt schadet eher, als dass er Nutzen bringt. Ergo: Was früher einmal gut war, muss heute nicht mehr unbedingt einen Vorteil mit sich bringen, es kann sogar zu neuen Problemen führen.

Quelle: geo.de 

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