Die Frage ist absolut berechtigt: Warum wird bei uns in Europa noch fleißig überall Glyphosat gespritzt, wenn es doch auch anders geht? In Brasilien hat am letzten Montag ein Gericht entschieden, dass der umstrittene Unkrautvernichter weder auf die Felder noch auf die Teller der Konsumenten gehört.


Angeblich soll Landwirtschaft ohne Glyphosat gar nicht mehr möglich sein! Wer beweist das Gegenteil?

Die Regierung muss nun die Giftigkeit prüfen lassen

Der Rechtsspruch ist eindeutig: Neue Glyphosat-Produkte dürfen in dem südamerikanischen Staat ab jetzt nicht mehr auf den Markt gelangen, die noch bestehenden Zulassenden werden binnen 30 Tagen aufgehoben. Einen kleinen Haken hat die Sache allerdings: Die Regierung soll nun die Giftigkeit des Mittels genau überprüfen und danach soll erst die endgültige Entscheidung fallen. Aber, halt! Sollte es nicht eigentlich ganz normal sein, dass zuerst der zweifelsfreie Nachweis der Unschädlichkeit erfolgen muss, bevor eine Substanz großflächig in unserer Luft und auf unseren Nahrungsmitteln verteilt wird? In erstaunlich vielen Ländern scheint dies in Vergessenheit geraten zu sein.

Glyphosat soll das Artensterben massiv fördern

Das besagte Gericht hat sich auch mit dem Insektenvernichter Abamectin und dem Pilzabtöter Thiram befasst, um anschließend zu einer ganz ähnlichen Entscheidung zu gelangen. Schließlich gibt es bei weitem nicht nur den Appetitverderber Glyphosat, der hauptsächlich in Monsantos »Roundup« enthalten ist, auf dem Markt.


Glyphosat soll allerdings massiv das Artensterben fördern und resistente Wildpflanzen hervorbringen. Gegenstimmen werden allerdings auch bereits laut: Der Chef des Agrar-Verbandes Abag meinte sogar, man könne ohne die nun verbotenen Produkte gar keine Landwirtschaft mehr betreiben. Ob Luiz Lourenco damit Recht hat, wird sich nun zeigen, denn die anliegende Überprüfung nimmt sicher nicht nur ein paar Tage in Anspruch. Vielleicht fällt den Landwirten in der Zwischenzeit tatsächlich etwas ganz anderes ein, zum Beispiel die Verwendung natürlicher Pestizide und das Einbauen von bunten Blühstreifen in ihren Feldern.

Auch in den USA geht es aktuell rund: Letzten Monat wurde dort eine Klage zugelassen, die Roundup als krebserregend bezeichnet. Monsanto ist natürlich gegenteiliger Meinung, doch die Beweise fehlen nach wie vor.

Quelle: reuters.com

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