Die aktuelle Hitzewelle in Deutschland sorgt für einen Boom an Badeseen und Stränden. Die Besucher genießen dabei nicht nur die Sonne, sondern profitieren auch von den inzwischen doch sehr hohen Wassertemperaturen. Doch was für Badegäste ein Vorteil sein kann, wird für einige Kraftwerksbetreiber nun zum Problem. So musste der Konzern Steag die Leistung des Steinkohlekraftwerks in Bergkamen herunterfahren. Der Grund: Durch die hohen Außentemperaturen ist auch das Kühlwasser warm geworden. Damit kann aber die bei voller Kapazitätsausnutzung vorgeschriebene Kühlung nicht mehr gewährleistet werden. Alleine bei diesem Kraftwerk wurde daher die Leistung um 150 Megawatt reduziert. Ähnliche Probleme soll es zudem auch bei einem Dampfkraftwerk des Konzerns in Karlsruhe geben.


Kohle
Foto: Coal power-plant and oilseed rape, martin, Flickr, CC BY-SA 2.0

Die Temperatur des Kühlwassers ist gesetzlich gedeckelt

Teilweise sind es aber auch Vorschriften des Umweltschutzes, die eine Abschaltung oder Leistungsreduzierung zur Folge haben können. So soll verhindert werden, dass die zur Kühlung genutzten Wasserläufe übermäßig aufgeheizt werden. Deshalb gibt es zumeist einen Grenzwert bei der Wassertemperatur, ab dem die Nutzung als Kühlwasser reguliert wird. Bei der Elbe liegt dieser Wert bei 23 Grad – und wurde inzwischen beinahe erreicht. Zum Problem werden könnte dies für das Atomkraftwerk in Brokdorf, das möglicherweise abgeschaltet werden muss. Die Behörden können aber auch Ausnahmegenehmigungen erteilen, um den Betrieb am Laufen zu halten. Einige Kohlekraftwerke haben zudem noch eine weitere Schwierigkeit zu beachten: Weil die Wasserstände so niedrig sind, wird auch die Anlieferung des Rohstoffs per Schiff erschwert.

Versorgungsengpässe sind nicht zu befürchten

So meldete RWE, dass das Kohlekraftwerk in Hamm betroffen sein könnte. Hier erfolgt die Anlieferung normalerweise über den Datteln-Hamm-Kanal. Es existiert allerdings auch ein Anschluss an das Güterzug-Netz, sodass vermutlich die Lieferungen nur vom Wasser auf die Schiene wechseln müssen. Trotz dieser verschiedenen Problematiken geht das Gemeinschaftsunternehmen der europäischen Netzbetreiber, TSCNET Service, aber nicht davon aus, dass es zu Versorgungsengpässen kommen wird. Zumindest die in Deutschland sehr zahlreich installierten Solarmodule dürften aktuell auf Hochtouren laufen. Für die Betreiber der Kraftwerke ist die Situation dennoch schwierig, weil bei reduzierter Leistung natürlich auch weniger Geld verdient werden kann.


Via: Der Spiegel

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.