Alle 30 Sekunden bricht in Deutschland ein Wasserrohr. Oder ein Warmwasserspeicher läuft aus. Die Schäden liegen bei jährlich mehr als zwei Milliarden Euro, so der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft. Ein guter Teil davon entfällt auf das Trocknen der Mauern und Böden. Mit einer Innovation des Fraunhofer- Instituts für Bauphysik (IBP) können die Versicherer künftig eine Menge Geld sparen. Oder die Menschen, die nicht versichert sind. Mit der neuen Trocknungsmethode, die die Forscher entwickelt haben, sinkt der zum Trocknen nötige Energieverbrauch um stolze 80 Prozent.


Bild: Fraunhofer IBP

Module halten selbst auf gekrümmten Flächen

EDF (= Energieeffizient, Diffusionsoffen, Flexibel) nennen die Entwickler ihre Technik. Das charakterisiert die wichtigsten Eigenschaften der Heizfolie, mit der die feuchten Stellen abgedeckt werden. Sie benötigt wenig Strom und lässt einen Teil der Feuchtigkeit durch ihre Oberfläche in den Raum strömen. Einen anderen Teil treibt sie nach außen. Sie schmiegt sich, weil flexibel, selbst an gekrümmte Flächen an.

Trocken schon nach zwölf Tagen

Jede Folie ist 100 Mal 50 Zentimeter groß. Sie enthält Heizfäden, die sich erwärmen, wenn Strom hindurchfließt. Diese Wärme dringt nur in die Wand ein. Und lässt dort das Wasser verdunsten. „Unser System ist besonders effizient, da die Wärme direkt an die Wand abgegeben wird, während Infrarot-Paneele im Abstand zur Wand aufgestellt sind und somit zum Großteil den Raum beheizen“, sagt Andreas Zegowitz, der zum Entwicklerteam gehört. Zudem ist die Wand schneller wieder trocken, verglichen mit anderen Methoden. „Um eine Hochlochziegelwand mit einer Dicke von 11,5 Zentimetern zu trocknen, haben wir im Prüfstand 12 bis 14 Tage benötigt. Üblicherweise fallen hierfür bis zu drei Wochen an“, so Zegowitz.


Trockner soll 2019 auf den Markt kommen

Mit der Simulationssoftware WUFI, die ebenfalls am IBP entwickelt worden ist, können die Forscher die jeweilige Trocknungsdauer und die dafür erforderliche Energie zu prognostizieren. Im nächsten Schritt sind Praxistests in Gebäuden mit realen Wasserschäden geplant: Ende September bis Ende Dezember 2018 finden die Feldversuche statt. Der Marktstart des EDF-Moduls ist für Sommer 2019 vorgesehen. Vom 14. bis 19. Januar ist der Prototyp des EDF-Trocknungssystems auf der Messe BAU in München zu sehen.

via Fraunhofer- Institut für Bauphysik (IBP)

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