Kobalt wird zwingend bei der Produktion von Lithium-Ionen-Batterien benötigt. Folgerichtig ist die Nachfrage in den letzten Jahren stark angestiegen. Experten gehen davon aus, dass diese Entwicklung sich in den nächsten Jahren noch weiter beschleunigen wird. Das Problem: Rund sechzig Prozent des Kobalts auf dem Weltmarkt stammt aus der Demokratischen Republik Kongo – einem der ärmsten und instabilsten Länder der Welt. Die Einwohner dort nehmen teilweise enorme Gefahren auf sich, um das Mineral abzubauen und so den eigenen Lebensunterhalt zu sichern. Die staatlichen Behörden wiederum sind zu schwach, um die geltenden Gesetze in Sachen Arbeitsschutz durchzusetzen. So arbeiten in vielen Kobalt-Minen auch Kinder, die sich dadurch erheblichen Gefahren aussetzen.


Auch die Produktion von Laptop-Akkus sorgt für die steigende Nachfrage nach Kobalt. Foto: Kristoferb [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0), via Wikimedia Commons

Die Kinder erhielten teilweise lediglich 0,75 Dollar pro Tag

Die Menschenrechtsorganisation International Rights Advocates hat nun 14 Schicksale dokumentiert, in denen Kinder – etwa durch einstürzende Tunnel – getötet oder dauerhaft geschädigt wurden. Diese Fälle könnten nun Rechtsgeschichte schreiben. Denn die Organisation hat im Namen der Angehörigen Klage gegen zahlreiche internationale Konzerne eingereicht. Unter den Beklagten befinden sich zum einen Rohstoffhändler wie Glencore, zum anderen aber auch bekannte Tech-Firmen wie Google, Apple, Dell, Microsoft und Tesla. Die Unternehmen selbst haben die betroffenen Minen, in denen Kinder teilweise für lediglich 0,75 Dollar am Tag arbeiteten, zwar nicht betrieben. Ihnen wird aber vorgeworfen, von den Umständen vor Ort gewusst zu haben und dennoch weiter Kobalt aus fragwürdigen Quellen bezogen zu haben.

Die Unternehmen weisen die Vorwürfe zurück

Es ist das erste Mal, dass sich eine solche Klage gegen die Abnehmer der problematischen Rohstoffe richtet. Aktuell lässt sich daher nur schwer sagen, ob die Richter in Washington dem Ansinnen eine Chance einräumen werden. In jedem Fall hat die Klage aber schon einmal dafür gesorgt, dass sich die öffentliche Aufmerksamkeit auf die problematischen Abbau-Bedingungen in vielen Kobalt-Minen richtet. Die betroffenen Unternehmen bestätigten zwar, dass eine entsprechende Klageschrift eingegangen ist. Sie bestreiten die Anschuldigungen allerdings und verweisen auf ihre eigenen Bemühungen, die Kobalt-Lieferketten zu überwachen. So hat Apple eigenen Angaben zufolge alleine im Jahr 2019 die Zusammenarbeit mit neun Zulieferern beendet, die die internen Standards nicht erfüllten. Dell und Microsoft kündigten ebenfalls an, die Vorwürfe untersuchen zu wollen und gegebenenfalls Konsequenzen zu ziehen.


Via: The Guardian

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