Künstliches Licht umgibt uns beinahe 24 Stunden pro Tag, in der Nacht scheinen oftmals noch die Straßenlaternen zum Fenster herein. Besonders ungesund sind Lichter mit blauen Wellenlängen, wie sie bevorzugt von Displays abgesondert werden. Fehlende Dunkelheit und künstliche Lichtquellen bringen den Biorhythmus durcheinander.


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Camping in der Natur stellt die innere Uhr neu ein

Der Biorhythmus kehrt in seine natürlichen Bahnen zurück

Ein Biorhythmus-Reset nimmt erstaunlich wenig Zeit in Anspruch und kann ungeahnte Auswirkungen haben. Während der künstliche Tagesablauf moderner Menschen den natürlichen Schlafzyklus empfindlich stört und dabei zu Energieengpässen und saisonalen Depressionen führen kann, reichen ein paar Tage Camping in der Natur, um die innere Uhr neu zu justieren: Das fand nun der integrative Physikprofessor Kenneth Wright an der CU Boulder heraus, der seine wissenschaftlichen Erkenntnisse im Magazin »Current Biology« veröffentlichte. Sobald der Körper über nur ein Wochenende ausschließlich mit natürlichem Licht versorgt und nachts von echter Dunkelheit umhüllt wird, kehrt der Biorhythmus in seine natürlichen Bahnen zurück.

Taschenlampen und elektronische Spielzeuge müssen zu Hause bleiben

Wright schickte mehrere Freiwillige auf Campingurlaub in die Wildnis, als Lichtquelle neben Sonne, Mond und Sterne war allein das Lagerfeuer erlaubt – Taschenlampen und elektronische Spielzeuge mussten zu Hause bleiben. Mittels Speichelproben konnte der Forscher die Melatonin-Dosis im Körper bestimmen und so feststellen, wie stark sich der Biorhythmus der Camper dem natürlichen Tag-und-Nacht-Zyklus angepasst hatte. Sogar noch am Tag nach ihrer Rückkehr stieg der Melatonin-Gehalt deutlich früher am Tag an, der Campingurlaub zeigte also deutliche nachträgliche Auswirkungen. Auch bei Wintercampern war derselbe Anpassungsmechanismus festzustellen, denn sie erhielten in freier Natur ebenfalls sehr viel mehr Tageslicht als in ihrem Büroalltag.


Wie lange der Effekt anhält, ist nicht klar

Das moderne Alltagsleben verschiebt also unser inneres Timing nach hinten, ein paar Tage Auszeit im Grünen rücken es wieder zurecht. Ingesamt ist die Wissenschaft sich ziemlich einig, dass ein unnatürlich verschobener Biorhythmus zahlreiche negative gesundheitliche Auswirkungen mit sich – umso besser, wenn sich das Problem so zügig und relativ einfach wieder resetten lässt. Wie lange genau der Effekt anhält, ist allerdings nicht genau klar, außerdem kann leider bei weitem nicht jeder seine Wochenenden in der freien Natur verbringen. Doch profitiert die menschliche Gesundheit bereits davon, wenn das Umfeld einigermaßen natürliche Lichtbedingungen bietet.

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Natürliche Lichtstimmungen tun Körper und Seele gut

Wer sich tagsüber möglichst häufig dem Tageslicht aussetzt und abends die Bildschirme auslässt, bekommt die gesundheitliche Verbesserung wahrscheinlich bereits zu spüren. Wright schlägt vor, bei Neubauten einen möglichst großzügigen Sonnenlichteinfall mit einzuplanen und ein Beleuchtungskonzept zu erarbeiten, das für unterschiedliche, an die Tageszeit angepasste Lichtstimmungen sorgt.

Quelle: treehugger.com

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