Mit der Hilfe des amerikanisch-europäischen Weltraumteleskop „Hubble“ und einem ESO-Großteleskop in Chile konnten Forscher ein weiteres Geheimnis des Universums lösen. Dank der modernen Technik, konnte zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte der Nachweis erbracht werden, wie große Galaxien sterben.


Planeten
Foto: Planeten; GuritxuCC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Galaxien sterben von innen nach außen

Die Europäische Südsternwarte (ESO) in Garching informierte über die neuen Erkenntnisse, die wiederum den Berichten der beteiligten Astronomen, die in der Fachzeitschrift „Science“ festgehalten und veröffentlicht wurden, entsprangen. Als Fazit der Beobachtungen kann festgehalten werden, dass die Galaxien von innen nach außen sterben. Die Forscher untersuchten dabei tote Galaxien, bei denen die Sternentstehung vor Milliarden Jahren stets abnahm und gänzlich ins Stocken geriet. Die Reduzierung der Sterne nahm den Sichtungen nach, zuerst im Inneren der Galaxien ab und erstreckte sich zunehmend auch auf den Außenbereich.

„Es gibt viele unterschiedliche theoretische Vorschläge für den physikalischen Mechanismus, der zum Tod der massereichen elliptischen Galaxien führte. Die Entdeckung, dass die Sternentstehung vom Zentrum ausgehend nach außen verlöscht ist, ist enorm wichtig für das Verständnis dafür, wie es dazu kam, dass das Universum so aussieht, wie es heute der Fall ist.“, so die Wissenschaftlerin Natascha Förster Schreiber vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching.


Im Gegensatz zu unseren erdnahen spiralförmige Heimatgalaxie, handelt es sich bei den untersuchten Galaxien um sehr „massereiche, inaktive elliptische Sterneninseln“, die den Experten zufolge im Universum recht häufig auftauchen. Im Kern verfügen diese Galaxien über eine Dichte von zehn Mal so vielen Sternen wie unsere Heimatgalaxie.

„Wir können nicht behaupten zu verstehen, wie sich das Universum entwickelt hat und zu dem wurde, was wir heute von ihm sehen, bis wir wissen, wie diese Galaxien sich entwickelt haben“, erklärt der Schweizer Forscher Sandro Tacchella.

Das Sternesterben begann vor mehr als zehn Milliarden Jahren

Derart große Galaxien werden von den Wissenschaftlern als rot und tot bezeichnet. Das ist dem geschuldet, da ein Großteil der Gebilde rote Sterne sind. Der Anteil wesentlich jüngerer blauer Sterne ist gering. Desweiteren kann innerhalb dieser Galaxien keine neue Sternentstehung mehr beobachtet werden. Aufgrund des geschätzten Alters der roten Sterne, nehmen die Forscher an, dass die Sternentstehung in der Heimatgalaxie bereits vor über zehn Milliarden Jahren stockte.

Es existiert eine Theorie, die eine Ursache für den Stopp der Sternentstehung in elliptischen Galaxien verantwortlich macht. So könnte die für die Sternbildung nötige Materie durch einen reißenden Energiestrom zerstreut werden. Neue Sterne können sich somit nicht mehr formen. Für den dauerhaften und zugleich auch tödlichen Energiestrom machen die Wissenschaftler ein supermassereiches schwarzes Loch im Inneren des Galaxie-Kerns verantwortlich. Das schwarze Loch verschlingt die gesamte Materie. Eine weitere Theorie gibt dem nach der Zeit zurück gehendem Zufluss von frischem Gas die Schuld dafür, dass die Sterneninsel im wahrsten Sinne des Wortes verhungert.

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