In 3,7 Sekunden beschleunigt der 400-PS-Motor den Audi TT RS, der im Sommer in die Autohäuser kommt, von 0 auf 100 km/h. Das ist beachtlich, aber nichts Außergewöhnliches. Das erlebt man, wenn man den chicen Wagen von hinten betrachtet. Die Rücklichter sind organische Leuchtdioden (OLED), also mehrschichtige Lagen aus elektrisch unterschiedlich aktiven Kunststoffschichten. Legt man eine Spannung an, leuchtet die komplette Fläche. Halogen-, Xenon- und LED sind dagegen punktförmige Lichtquellen, die erst mit Hilfe von Reflektoren und anderen optischen Tricks zu Flächenstrahlern werden.


Der Neue aus dem Hause der Volkswagentochter ist der erste Serienwagen, der mit OLED-Rückleuchten ausgestattet ist. Eigentlich hatte BMW mit dem M4 GTS die Nase vorn. Doch dieses Modell wird in einer festgelegten Stückzahl gebaut. Mehr als 700 dürfen es nicht werden.


OLEDs gibt es gegen Aufpreis

Manch einer, der das Heck des neuen Audi anschaut, mag sich wundern, weil er keine OLEDs sieht, sondern ganz normale LED-Rückleuchten. Das liegt an den hohen Kosten für das neue Lichtsystem. Deshalb gibt es OLEDs nur gegen Aufpreis. Wie viel die Käufer drauflegen müssen steht noch nicht fest. Es ist jedoch keineswegs unerheblich.

Die OLEDs liefert Osram, das sich in diesem Segment als Weltmarktführer fühlt. Ziel der Münchner ist jetzt, die Leuchtkraft der Kunststofffolien, die weniger als einen Millimeter dick sind, weiter zu steigern, damit aus diesem Material auch Blink- und Bremslichter hergestellt werden können.

Forschungsschwerpunkt Dresden

Die OLED-Rückleuchte ist eines der Ergebnisse der Zusammenarbeit von Forschern und Ingenieuren aus unterschiedlichen Institutionen und Unternehmen. Das Projekt-Konsortium unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik in Dresden deckt die gesamte Wertschöpfungskette zwischen Materialforschung (Novaled in Dresden), Anlagenbau (Von Ardenne in Dresden), Bauelemente-Technologie (Osram OLED in Regensburg) und Anwendungen (Audi und der Autolicht-Spezialist Hella KGaA Hueck & Co. In Lippstadt) für zukünftige Produkte ab.

Besonders interessant für Elektroautos

Besonders interessant sind OLEDs für Hersteller von Elektroautos, die Strom sparen müssen, wo immer es geht. Dieses Lichtsystem produziert praktisch keine Wärme, verschwendet also keine Energie. Schon heute wird es, zumindest in Konzeptfahrzeugen, schon als Innenraumbeleuchtung und als Armaturenbrett eingesetzt. In diesem Bereich versucht der südkoreanische Hersteller LG Osram den Schneid abzukaufen. Es gebe bereits eine Zusammenarbeit mit mehreren deutschen Autoherstellern, heißt es. OLEDS haben einen weit höheren Wirkungsgrad als die bereits sehr genügsamen anorganischen Leuchtdioden (LED).

Der neue Audi TT RS 2016 Coupe im Video

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