Norwegen ist innerhalb Europa so etwas wie das Vorzeigeland in Sachen Elektromobilität. Nirgendwo sonst fahren so viele Autos mit Elektromotor. Innerhalb des Landes ist die Verbreitung dann wiederum im Großraum Oslo am höchsten. Genau dort kam es nun zu einer etwas ungewöhnlichen Aktion. Denn der größte Tankstellenbetreiber des Landes, das Unternehmen Circle-K, wagte am Alexander-Kielland-Platz einen radikalen Schritt. An der dortigen Tankstelle wurden sämtliche Zapfsäulen entfernt und durch Schnellladestationen ersetzt. Bei diesem ersten Schritt soll es zudem nicht bleiben. Eine weitere Station ist bereits fest für ähnliche Umbaumaßnahmen eingeplant, weitere sollen folgen. Auch dadurch will es der Konzern schaffen, die Zahl der selbst betriebenen Schnellladestationen landesweit auf rund 500 zu erhöhen.


Bild: Circle-K / Terje Borud

Die Kunden sollen mit zusätzlichen Angeboten gelockt werden

Ursprünglich verdiente das kanadische Unternehmen Cirle-K sein Geld allerdings weder mit Tankstellen noch mit Ladestationen. Stattdessen baute die Firma in ihrem Heimatland zunächst ein Netz von kleinen Mini-Märkten auf. Diese Kompetenz wird auch an den Tankstellen des Konzerns sichtbar. Denn diese werden zumeist von Einkaufsmöglichkeiten ergänzt, die deutlich umfangreicher sind als von anderen Betreibern gewohnt. Letztlich dient das Angebot für die Autos also in erster Linie dazu, Kunden anzulocken, die dann noch zusätzliche Ausgaben tätigen. So gesehen muss der Umstieg auf die Elektromobilität kein Nachteil sein. Denn selbst bei Schnellladestationen dauert der Aufenthalt der Fahrer vor Ort deutlich länger als ein klassischer Tankstopp. Dafür allerdings ist die Konkurrenz auch größer. Denn viele Elektroautos können auch an der Steckdose zuhause geladen werden.

In Deutschland sind Tankstellenbetreiber noch vorsichtig

Auch deshalb dürften viele Tankstellenbetreiber das Experiment in Oslo mit Spannung verfolgen. Denn bisher investieren die Betreiber hierzulande eher zögerlich in die für Elektroautos benötigte Infrastruktur. Zumindest Shell hat allerdings bereits einige Stationen mit zusätzlichen Ladestationen ausgestattet. Dort kann allerdings auch weiterhin ganz klassisch Benzin oder Diesel getankt werden. Die Zurückhaltung dürfte auch damit zu tun haben, dass die Verkaufszahlen von Elektroautos in Deutschland bisher weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. In absoluten Zahlen liegt man zwar inzwischen europaweit an der Spitze. Schaut man sich allerdings die relative Verbreitung an, sind unter anderem Norwegen und die Niederlande schon deutlich weiter.


Via: Electrive

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