Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gehört zu den fleißigsten Mitgliedern der aktuellen Bundesregierung. Kaum ein anderes Kabinettsmitglied hat in den vergangenen beiden Jahren so viele Gesetzesinitiativen eingebracht. Eines seiner Kernanliegen dabei: Die Digitalisierung des Gesundheitssektors. Diese soll nicht nur zahlreiche Prozesse beschleunigen, sondern auch helfen, die teilweise drastisch steigenden Kosten nicht ausufern zu lassen. Auf sein neuestes Projekt in Sachen Digitalisierung ist der Minister daher auch sichtlich stolz: Zukünftig wird es in Deutschland möglich sein, sich bestimmte Gesundheits-Apps vom Arzt verschreiben zu lassen. Die Krankenkassen übernehmen in diesem Fall dann die anfallenden Kosten – was so aktuell in keinem anderen Land der Welt der Fall ist.


Bild: Claudio Alvarado Solari

Die Funktionsweise der App sollte verstanden werden

Allerdings gilt dies ausdrücklich nur für Gesundheits-Apps, die zuvor von den Krankenkassen zugelassen und genehmigt wurden. Die möglichen Anwendungen sind dabei extrem vielfältig und reichen von der einfachen Erinnerung an die Tabletten-Einnahme bis hin zur kontinuierlichen Erfassung von Gesundheitsdaten. Eine neue Studie der Bertelsmannstiftung und der Stiftung Neue Verantwortung verweist allerdings auch auf die Gefahren solcher digitalen Anwendungen. So fehle es vielen Nutzern schlicht an der Expertise, um die Funktionsweise der Apps zu verstehen. Dies wiederum hat zur Folge, dass oftmals auch die Analysen und Vorschläge der Apps nicht richtig eingeordnet werden können. Die Experten schlagen daher vor, dass die Anwendungen stets mit einer Art digitalem Beipackzettel versehen sein sollten.

Die Wissenschaft soll von einem riesigen Datenpool profitieren

Sie betonen zudem noch eine zweite Gefahr: Die sensiblen Gesundheitsdaten können in die falschen Hände geraten. Sie raten daher grundsätzlich eher zur Vorsicht in diesem Bereich. Allerdings bezieht sich die Studie auch auf alle am Markt befindlichen Gesundheits-Apps. Die erstattungsfähigen Anwendungen hingegen müssen zuvor von den Krankenkassen zugelassen werden und dürften daher gerade in Sachen Datensicherheit sehr genau geprüft werden. Das am Donnerstag vom Bundestag verabschiedete Gesetzespaket enthält auch hier aber noch eine umstrittene Regelung. So ist vorgesehen, die Gesundheitsdaten der rund 70 Millionen gesetzlich Versicherten anonym in einem riesigen Datenpool zu speichern. Davon soll dann vor allem die Forschung profitieren. Ursprünglich war sogar vorgesehen, auch die jeweilige Versicherten-Nummer zu speichern – was nun aber nicht der Fall sein wird.


Via: Bundesgesundheitsministerium

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1 Kommentar

  1. Björn

    8. November 2019 at 09:30

    …“kontinuierlichen Erfassung von Gesundheitsdaten…

    und wieder eine Scheibe Freiheit weg.

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