Die Grenze zwischen Norwegen und Russland verläuft ganz im Norden Europas und wird durch eine Militärbasis namens Garrison of Sør-Varanger (kurz: GSV) bewacht. Insgesamt müssen die norwegischen Soldaten dort einen Grenzverlauf von 196 Kilometern sichern. Auch wenn eine russische Invasion im Moment eher unwahrscheinlich erscheint, hat die Armee einiges zu tun. So besteht ihre Aufgabe beispielsweise auch darin, illegale Grenzübertritte und Schmuggel zu verhindern. Bisher nutzen sie dafür im Sommer Militärfahrzeuge mit sechs Reifen und im Winter Schneemobile. Beide Varianten funktionieren allerdings nur mit einem vergleichsweise lauten Verbrennungsmotor. Die Ausstattung der Militärbasis könnte daher demnächst um Elektrofahrräder erweitert werden. Wie die Zeitung „The Barents Observer“ berichtet, befindet sich das Projekt aktuell in der Testphase.


Bild: Soldatnytt from Oslo, Norway (GSV (31 of 46)Uploaded by Arsenikk) [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Besonders dicke Reifen sollen für festen Halt sorgen

Elektrisch angetriebene Fahrräder bringen theoretisch eine Reihe von Vorteilen mit sich. So verursachen sie weniger CO2-Emissionen und weniger Lärm als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. Umwelt und Klima profitieren also von dem Wechsel auf zwei Räder. Gleichzeitig sind die Soldaten nicht mehr schon von weitem zu hören, so dass Schmuggler besser auf frischer Tat ertappt werden können. Zudem können teilweise auch direktere Routen gefahren werden, weil die Fahrräder vergleichsweise schmal und wendig sind. Aufgrund der doch extremen Wetterbedingungen vor Ort mussten die Zweiräder allerdings auch ein wenig angepasst werden. Sichtbarstes Zeichen: Es handelt sich um sogenannte Fat Bikes mit besonders breiten Reifen. Dadurch wird die Fahrt auf nassen oder eisigen Untergründen ein wenig erleichtert.

Die Soldaten haben auch weiterhin große Fahrzeuge zur Verfügung

Gleichzeitig bringen die neuen Räder aber auch neue Aufgaben für die Soldaten mit sich. Denn nur durch die richtige Pflege und Wartung kann sichergestellt werden, dass die Technik auch nach dem ersten Winter noch einwandfrei funktioniert. Techniker aus dem fernen Oslo werden dafür nicht eigens eingeflogen. Stattdessen werden einige Soldaten entsprechend ausgebildet und müssen diese Aufgaben dann selbst übernehmen. Die alten Schneemobile und Militärfahrzeuge werden zudem nicht komplett eingemottet, sondern stehen der Truppe weiterhin zur Verfügung. Auch zukünftig muss also nicht jede Fahrt und jede Patrouille mit dem E-Bike absolviert werden. Vielmehr sind die Zweiräder als sinnvolle Ergänzung zum bisherigen Fuhrpark gedacht. Elektroantriebe rufen auch sonst bei Militärs in aller Welt Interesse hervor: Die US Army experimentiert etwa mit elektrisch angetriebenen Panzern.


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