Flixbus gehört zu den erfolgreichsten deutschen Startups überhaupt. Das Unternehmen vermittelt Reisen mit dem Fernbus und kann inzwischen durchaus als europäischer Marktführer bezeichnet werden. Seit einiger Zeit arbeitet das Unternehmen zudem daran, auch den US-Markt zu erobern. In der Regel werden die Busse allerdings noch ganz klassisch von einem Dieselmotor angetrieben. Für die Umwelt- und Klimabilanz ist dies nicht besonders förderlich. Schon seit einiger Zeit experimentiert der Konzern daher mit neuen Antriebsformen. So sind in Deutschland und Frankreich bereits mehrere Busse mit Elektroantrieb im Einsatz. Diese bringen aber zwei große Nachteile mit sich: Die Reichweite ist begrenzt und der Ladevorgang dauert recht lange. Deswegen hat sich das Unternehmen nun entschieden, auch einen Bus mit Brennstoffzelle in die Abläufe zu integrieren.


Bild: Flixbus

500 Kilometer Reichweite und zwanzig Minuten tanken

Als Partner konnte dafür die Firma Freudenberg Sealing Technologies gewonnen werden. Gemeinsam wird nun das Angebot auf dem Markt sondiert und geschaut, wie sich der Plan in die Realität umsetzen lässt. Denn Flixbus betritt damit echtes Neuland: Bisher ist auf der ganzen Welt noch kein Fernbus mit Wasserstoff-Antrieb unterwegs. Einige Vorgaben muss der Bus allerdings erfüllen. So soll er in Sachen Geschwindigkeit und Beschleunigung nicht schlechter abschneiden als die bisher genutzten Modelle. Außerdem wurde eine Reichweite von 500 Kilometern als Mindestvorgabe definiert. Grundsätzlich sollte dies mit einem Antrieb per Brennstoffzelle aber kein Problem sein. Hinzu kommt: Auch das Auftanken geht vergleichsweise schnell und dauert – ähnlich wie bei einem Bus mit Dieselmotor – rund zwanzig Minuten. Grundsätzlich sind Busse mit Wasserstoff-Antrieb daher gut geeignet, um in die bestehenden Abläufe integriert zu werden.

Das Netz an Tankstellen ist noch ausbaufähig

Drei Probleme gibt es allerdings noch: Zum einen muss ein Hersteller gefunden werden, der sich den Bau eines entsprechenden Busses zutraut. Während die E-Busse von Flixbus aus chinesischer Produktion, setzen die beiden Kooperationspartner in diesem Fall vor allem auf die europäische Industrie. Hinzu kommt: Die benötigte Infrastruktur ist nur rudimentär ausgebaut. Konkret gibt es in ganz Deutschland weniger als 100 Wasserstoff-Tankstellen. Eigene Stationen aufzubauen brächte wiederum nicht unerhebliche Kosten mit sich. Schätzungen gehen davon aus, dass eine Wasserstoff-Tankstelle rund eine Million Euro kostet. Die Umweltbilanz von Bussen mit Brennstoffzelle ist zudem nicht unumstritten. Denn für die Produktion von Wasserstoff wird viel Strom benötigt. Nur wenn dieser ausschließlich aus Erneuerbaren Energien stammt, ist die Fahrt wirklich CO2-neutral.


Via: Flixbus

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