In Amsterdam, der Hauptstadt der Niederlande, soll in Kürze der weltweit erste “Solar-Radweg” eröffnet werden. Damit ist keineswegs ein Radweg für solargetriebene E-Bikes gemeint, sondern vielmehr ein Radweg mit integrierten Solarzellen, der Strom in das Stromnetz der Stadt abgibt.


SolaRoad: Das Projekt gibt es seit 2009

Das Projekt “SolarRoad” besteht schon seit 2009. Damals bildete die Netherlands Organization for Applied Scientific Research (TNO) eine Gruppe aus Baufirmen und Dienstleister aus dem technischen Bereich, die das Potential für Solarenergie “in” Hollands Straßen untersuchen sollte. Das Team kam zu dem Schluss, dass die 140.000 Straßenkilometer in den Niederlanden zwischen 400 und 500 Quadratkilometer Fläche für die Nutzung mit Solarzellen bieten.


Erster Pilotversuch in Amsterdam eröffnet am 12. November

Als erster Versuchslauf soll nun am 12. November in einem nördlichen Vorort von Amsterdam namens Krommenie ein 70 Meter langer Radweg eröffnet werden, in dessen Platten Solarzellen integriert sind. Die Betonplatten messen 2,5 x 3,5 Meter, die integrierten kristallinen Silicium-Solarzellen werden von 1 cm dicken Glas geschützt. Das Schutzglas ist laut Angeben der Projektbetreuer durchsichtig genug, das Sonnenlicht nahezu ungefiltert durchzulassen und dabei stabil genug, um eine sichere Oberfläche für den Verkehr zu bieten.

Drei Jahre lange Testphase soll das Projekt auf Herz und Nieren prüfen

Über den Verlauf der nächsten drei Jahre möchte das Team den Radweg in Amsterdam genau unter die Lupe nehmen. Entscheidend ist vor allem, wie viel Energie das Projekt produzieren kann sowie die Sicherheit der Oberfläche des Belags bei bestimmten Wetterbedingungen. Die erzeugte Energie wird direkt in das Stromnetz eingespeist. Das Team könnte sich jedoch auch vorstellen, dass in Zukunft straßennahe Energiefresser wie Ampeln und Straßenlichter mit dem erzeugten Strom betrieben werden können. Der Weg soll in naher Zukunft auf 100 Meter verlängert werden. Die Forscher gehen davon aus, dass sie mit dieser Länge bis zu drei Einfamilienhäuser mit Strom versorgen könnten.

SolaRoad ist nicht das erste Projekt dieser Art

Weltweit gibt es noch einige andere Projekte, die Straßen und Wege in Oberflächen für die Erzeugung von Strom nutzen wollen. So hat beispielsweise die Firma Solar Roadways in den USA ähnliche Pläne wie das TNO.

Jedoch unterscheiden sich die Ansätze der beiden Projekte durchaus. Solar Roadways denkt in großen Dimensionen und visioniert von programmierbaren LEDs für flexible Straßenschilder, Heizelemente gegen glatte Straßen sowie Kabelkanäle für e eine saubere Kabelführung.

SolarRoad geht es im Gegenzug dazu vorerst darum, ein kleines Projekt mit möglichst großer Energieeffizienz auf die Beine zu stellen. Somit soll die Langlebigkeit des Projekts gesichert und neue Investoren ins Boot geholt werden.

SolarRoad im Video

Dieses Video gibt euch einen kurzen Überblick über das Projekt. Leider auf Holländisch.

via GizMag

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