Schon seit einiger Zeit wird darüber spekuliert, dass der Elektroautobauer Tesla ein eigenes Werk in Europa errichten wird. Die Autos müssten dann nicht mehr eigens aus den Vereinigten Staaten importiert werden, sondern könnten direkt vor Ort produziert werden. Firmenchef Elon Musk hatte sich vor kurzem auch auf Twitter zu dem Thema geäußert und einen Standort an der deutsch-französischen Grenze ins Spiel gebracht. Wie das Wall Street Journal berichtet, wollen sich die Landesregierungen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland diese Chance nicht entgehen lassen und haben erste Verhandlungen mit dem US-Konzern aufgenommen. Diese befinden sich aber noch in einem sehr frühen Stadium, sodass über die Erfolgschancen bisher nur spekuliert werden kann. Denn auch die Niederlande haben sich als potentiellen Standort ins Spiel gebracht.


Einen Standort in Deutschland besitzt Tesla bereits

Dies würde gewissermaßen auf der Hand liegen, weil sich in dem deutschen Nachbarland auch die Europazentrale von Tesla befindet. Außerdem ist der Anteil der Elektroautos an den Neuwagen in den Niederlanden bereits vergleichsweise hoch. Allerdings ist Tesla auch in Deutschland vertreten. Hier hat der Konzern vor einiger Zeit den Anlagenbauer Grohmann Engineering übernommen. Bei dieser Gelegenheit hat Firmenchef Elon Musk auch gleich Bekanntschaft mit den deutschen Gewerkschaften gemacht: Um einen Streik abzuwenden, einigte er sich mit der IG Metall und stimmte massiven Gehaltserhöhungen zu. Das in Europa geplante neue Tesla-Werk stellt aber nur einen Baustein in der weltweiten Expansion des Konzerns dar. Etwas weiter sind die Pläne für eine neue Fabrik in China: Diese soll in Shanghai entstehen und jährlich rund 500.000 Fahrzeuge produzieren können.


Der Tesla Model 3 muss zum Erfolg werden

Anders als in den Vereinigten Staaten sollen in den neuen Fabriken Batterieproduktion und Autobau nicht mehr getrennt werden. Auch deshalb ist die Ansiedlung für Lokalpolitiker so attraktiv – es winken jede Menge gut bezahlte Arbeitsplätze. Aktuell allerdings kämpft Tesla noch mit Problemen in der bisher einzigen eigenen Autofabrik in Fremont. Dort wird fieberhaft daran gearbeitet, endlich die geplanten Produktionszahlen für den neuen Mittelklassewagen Tesla Model 3 zu erreichen. Nur wenn dies erfolgreich ist, dürfte der Konzern auch ausreichend liquide Mittel generieren, um die ehrgeizigen Expansionspläne verstärkt vorantreiben zu können. Firmenchef Elon Musk hat jedenfalls angekündigt, schon im zweiten Halbjahr einen positiven Geldfluss erreichen zu wollen – also mehr Ein- als Ausgaben verbuchen zu können.

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