Schätzungen gehen davon aus, dass es in Indien rund 106 Millionen Raucher gibt. Auch Juul, der weltweit bekannteste Hersteller von E-Zigaretten, hatte den Markt daher schon in den Blick genommen: Ende des Jahres sollte mit dem Verkauf der ersten Produkte begonnen werden. Doch daraus wird wohl nichts. Denn am gestrigen Mittwoch verkündete die indische Regierung ein beinahe vollständiges Verbot für E-Zigaretten. Diese dürfen nun nicht mehr produziert, importiert, verkauft oder beworben werden. Aus rein technischer Sicht ist es somit weiterhin erlaubt, eine E-Zigarette zu rauchen. Faktisch dürfte es aber unmöglich sein, eine solche auf legalem Weg zu kaufen. Wer gegen das Verbot verstößt, dem droht beim ersten Mal eine Geldstrafe in Höhe von 1.400 Dollar und bis zu ein Jahr Gefängnis.


E-Zigarette
Foto: E-Cigarette/Electronic Cigarette/E-Cigs/E-Liquid/Vaping/Cloud Chasing, Vaping360, Flickr, CC BY-SA 2.0

Auch die US-Behörden erhöhen den Druck

Bei Wiederholungstätern kann sich die Strafe sogar auf bis zu drei Jahre Gefängnis und 7.000 Dollar erhöhen. Als Grund für die drastische Maßnahme zitierten die indischen Gesundheitsbehörden neu veröffentlichte Studien, die zeigen, dass die E-Zigaretten besonders bei Jugendlichen sehr beliebt sind. Diese könnten dadurch in eine lebenslange Abhängigkeit geraten, so die Befürchtung der zuständigen Beamten. Ähnliche Diskussionen gibt es seit einiger Zeit auch in den Vereinigten Staaten. Dort gibt es ein ähnliches Verbot bereits in San Francisco. Die Regierung von Donald Trump wiederum hat angekündigt, zumindest den Verkauf von bestimmten Geschmacksrichtungen unterbinden zu wollen. Auch hier wird zur Begründung vor allem der Schutz der Jugend herangezogen.

Ein Schwarzmarkt für E-Zigaretten ist nicht auszuschließen

Hinzu kommt: Bisher sind die gesundheitlichen Folgen der E-Zigaretten noch weitgehend unbekannt. So trat in den Vereinigten Staaten erst kürzlich eine mysteriöse Lungenerkrankung auf, die sich auf den Genuss der E-Zigaretten zurückführen ließ. Mindestens eine Person verstarb an den Folgen. Die indischen Behörden schreiben daher in einer Pressemitteilung auch wörtlich: „Diese Produkte werden normalerweise als gesunde Alternative zu konventionellen Zigaretten gehandelt, aber dieser Eindruck von Unbedenklichkeit ist falsch.“ Fraglich ist allerdings, inwieweit die indischen Behörden das Verbot auch durchsetzen werden können. Denn schon jetzt gibt es einen florierenden Schwarzmarkt für Produkte von Juul – obwohl das Unternehmen noch gar nicht auf dem indischen Subkontinent aktiv ist.


Via: Engadget

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