Jönköping liegt rund 150 Kilometer östlich der bekannten Hafenstadt Göteborg. Kürzlich machte sich der Vorstandsvorsitzende des Logistikkonzerns DB Schenker persönlich auf den Weg in die schwedische Provinz. Denn dort gab es eine Weltpremiere zu bestaunen: Der Einride T-Pod ist der weltweit erste Lastwagen, der komplett ohne Fahrerkabine auskommt und eine offizielle Straßenzulassung erhalten hat. In Jönköping verbindet er zwei Lagerhallen miteinander und nutzt dabei auch eine öffentliche Industriestraße. Ausgestattet ist das futuristisch aussehende Fahrzeug mit sechs Kameras und jeweils vier Radarsystemen und Infrarot-Detektoren. Hinzu kommen noch zwei Antennen, die es ermöglichen, den aktuellen Standort auf bis zu zwanzig Millimeter genau zu bestimmen. Das aktuell laufende Pilotprojekt ist nun erst einmal bis zum Jahr 2020 befristet.


Ein Mitarbeiter kann per Fernsteuerung die Kontrolle übernehmen

Zudem haben die Behörden einige Auflagen erlassen. So darf der führerlose Lastwagen auf offiziellen Straßen nicht schneller als fünf Stundenkilometer fahren. Aus technischer Sicht wäre in diesem Punkt deutlich mehr drin: Das Entwicklerteam von Einride gibt als Spitzengeschwindigkeit neunzig Stundenkilometer an. Verläuft die Testphase ohne größere Zwischenfällen, ist es gut denkbar, dass zukünftig auch höhere Geschwindigkeiten erlaubt werden. In Notfällen kann der Lastwagen zudem auch mithilfe einer Fernsteuerung übernommen werden. Auch hier sind die Auflagen aktuell noch streng. So muss pro autonom fahrendem Lastwagen ein Mitarbeiter bereitstehen, um im Zweifelsfall die Kontrolle zu übernehmen. Bei DB Schenker hofft man aber, zukünftig auf ein Verhältnis von einem Mitarbeiter und zehn Lastwagen zu kommen.


DB Schenker ist von der Zukunft des Geister-LKW überzeugt

Die Reichweite des elektrisch angetriebenen T-Pods liegt bei 200 Kilometern pro Akkuladung. Da er allerdings vor allem dazu gedacht ist, zwei feste Punkte im Pendelverkehr miteinander zu verbinden, sollte der Aufbau der entsprechenden Ladeinfrastruktur kein großes Problem darstellen. DB Schenker hat bereits angekündigt, dass der T-Pod schon bald einen nicht unerheblichen Teil der LKW-Transporte des Konzerns übernehmen könnte. Davon gibt es eine ganze Menge. Denn obwohl es sich um ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn handelt, ist DB Schenker der größte Straßentransporteur Europas und befrachtet rund 35.000 Lastwagen in aller Welt. Das Unternehmen hat aber auch bereits klar gestellt: Für einen flächendeckenden und dauerhaften Einsatz müssen die Behörden deutlich höhere Geschwindigkeiten als bisher genehmigen.

Via: Handelsblatt

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