Plastikmüll hat die unschöne Angewohnheit, dass er nicht einfach von alleine verschwindet. Selbst wenn der Müllkreislauf funktioniert und der Abfall eingesammelt werden kann, muss Plastik in der Regel verbrannt werden. Oft genug landet der Müll aber auch einfach im Meer oder in der Umwelt und wird dort zur tödlichen Gefahr für verschiedene Tiere. Denn Plastik kann auch nicht verdaut werden, verstopft daher den Magen – und führt letztlich beispielsweise zum Tod von Schildkröten und Seevögeln. Um die Nutzung von Plastiktüten einzuschränken wurde daher in den letzten Jahren in Großbritannien eine Gebühr von 5 Pence pro Tüte eingeführt. Das Ergebnis: Die Zahl der an den Stränden des Landes angespülten Plastiktüten ging um rund vierzig Prozent zurück.


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Die Zahl der am Strand angespülten Plastiktüten sank deutlich

Dokumentiert wurden die Zahlen von der britischen „Marine Conservation Society“. Diese ruft jedes Jahr zum sogenannten Great British Beach Clean auf. In diesem Jahr nahmen daran rund 6.000 Freiwillige teil und säuberten insgesamt 364 verschiedene Strände. Dabei fanden sie alles in allem 268.384 Stücke Plastikmüll. Oder anders ausgedrückt: Alle einhundert Meter im Schnitt sieben Plastiktüten. Ein durchaus erschreckender Wert, der allerdings bereits eine Verbesserung darstellt. Denn vor Einführung der Plastiktütengebühr fanden sich pro 100 Meter noch jeweils elf nicht fachgerecht entsorgte Plastiktüten. Von daher lässt sich durchaus von einem Erfolg sprechen – zumal in England die Gebühr erst im Oktober letzten Jahres eingeführt wurde.


Deutschland setzt auf freiwillige Bemühungen des Handels

Denn Großbritannien besitzt verschiedene Landesteile, die eine gewisse Autonomie besitzen und daher die Gebühr auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten einführten. Den Anfang machte Wales im Jahr 2011, gefolgt von Nordirland 2013 und Schottland 2014. Auch in anderen Staaten gibt es zumindest lokale Bemühungen, die Nutzung von Plastiktüten massiv einzuschränken. So haben der US-Bundesstaat Hawaii und das afrikanische Land Marokko ein komplettes Verbot ausgesprochen. Frankreich plant zudem, ab dem Jahr 2020 sogar den Verkauf von Plastikbesteck gesetzlich zu untersagen. In Deutschland hingegen setzt die Politik auf freiwillige Maßnahmen des Handels: So hat die Supermarktkette Rewe Plastiktüten bereits komplett aus dem Sortiment genommen.

Via: Business Green

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