Einigen Herstellern von Elektroprodukten wird immer wieder vorgeworfen, ihre Produkte bewusst so zu konstruieren, dass sie nach einiger Zeit kaputtgehen. Experten sprechen von der sogenannten „geplanten Obsoleszenz“. Bei anderen Produkten liegt zumindest der Verdacht nahe, dass die Reparatur erschwert werden soll – etwa wenn sich das Gehäuse nur mit Spezialwerkzeug öffnen lässt. Die Idee dahinter: Wenn die Reparatur zu teuer oder zu aufwändig ist, entscheiden sich die Kunden stattdessen zum Kauf eines neuen Produkts. Aus Sicht der Umwelt ist dies allerdings eine eher fragwürdige Vorgehensweise. Denn so werden wertvolle Ressourcen verschwendet, obwohl bei vielen Geräten eigentlich nur kleinere Defekte vorliegen. Die EU-Kommission will daher nun per Vorschrift für eine einfachere Reparatur sorgen.


Allgemein erhältliches Werkzeug muss für die Reparatur reichen

Den nötigen Hebel dafür bietet die bereits seit einiger Zeit aktive Ökodesign-Richtlinie. Diese gibt der Kommission die Möglichkeit die entsprechenden neuen Regeln zu erlassen. So werden die Hersteller zukünftig verpflichtet, alle relevanten Ersatzteile sieben bis zehn Jahre vorrätig zu halten und innerhalb von fünfzehn Arbeitstagen auszuliefern. Außerdem sollen professionellen Handwerksbetrieben mehr Informationen über die Geräte zur Verfügung gestellt werden. Die vielleicht wichtigste Neuerung ist allerdings, dass es zukünftig möglich sein muss, defekte Einzelteile mit allgemein erhältlichem Werkzeug auszuwechseln, ohne dass das Gerät dauerhaft beschädigt wird. Es bleibt abzuwarten, wie streng die Regel zukünftig von den zuständigen Behörden ausgelegt wird. Auf jeden Fall handelt es sich aber um einen Schritt in die richtige Richtung.


Umweltschützer begrüßen die neuen Vorschriften

Dies bestätigen auch Berechnungen der Stiftung Warentest. Demnach verbraucht eine Waschmaschine, die in 15 Jahren viermal repariert wird, rund ein Viertel weniger an Energie und anderen Ressourcen als bei einem Neukauf anfallen würden. Die Umweltschutzorganisation BUND schlägt indie selbe Kerbe. Dort haben die Experten berechnet, dass sich durch eine längere Lebensdauer von Elektrogeräten auch signifikant CO2-Emissionen einsparen ließen. Würden beispielsweise alle Waschmaschinen innerhalb der Europäischen Union fünf Jahre länger genutzt werden, entsprächen die CO2-Einsparungen in etwa dem Ausstoß von einer halben Millionen Autos. Inkraft treten werden die neuen Regelungen im Jahr 2021, sofern bis dahin weder das EU-Parlament noch ein Mitgliedsstaat Widerspruch einlegt. Bisher hat aber kein relevanter Akteur einen solchen Schritt angekündigt.

Via: Der Spiegel

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