Dass zwischen verschiedenen Zeitzonen hin- und herreisen anstrengend ist, kann jeder bestätigen, der schon mal einen längeren Flug absolviert hat. Doch wie jetzt herausgefunden wurde, ist das nicht nur für uns anstrengend, sondern auch für unsere Darmbakterien.

In Studien wurde bereits festgestellt, dass Schichtarbeiter und Vielflieger dazu tendieren für verschiedene Krankheiten begünstigt zu sein. Von kardiovaskulären Erkrankungen über Diabetes bis zu Krebs. Doch bis jetzt war unklar, was die Ursache dafür ist.


Die innere Uhr

Eran Elinav vom Weizmann Institut hat verschiedene Mikroben aus Stuhlproben von Mäusen und Menschen analysiert und dabei herausgefunden, dass diese von der inneren Uhr und dem Tagesablauf stark beeinflusst werden.
Von gesunden Mäusen mit einem normalen 12-Stunden Tag-Nacht-Rhythmus wurden über zwei Tage alle sechs Stunden eine Probe genommen. Während der Dunkelphasen waren die Mikroben damit beschäftigt, Nährstoffe zu verdauen, ihre DNA zu reparieren und zu wachsen. Während der Tagphasen befreien sie den Magen-Darm-Trakt von Giften, halten Ausschau nach Chemikalien und bilden ihre Schwänze aus, die sie zur Fortbewegung brauchen.

Diabetes durch falschen Schlaf

In mutierten Mäusen, in welchen die innere Uhr außer Kraft gesetzt wurde, zeigten die Mikroben nicht das gleiche Verhalten beim Tag-Nacht-Wechsel. Setzte man diese allerdings in die gesunden Mäuse ein, stellte sich der normale Rhythmus innerhalb einer Woche wieder ein. Das lässt darauf schließen, dass die innere Uhr einen Einfluss auf die Bakterien hat.


Doch woher wissen die Bakterien im Darm, wann es draußen hell ist? Durch die Nahrung, die wir zu uns nehmen. Dazu hat das Team Mäuse verschieden Tag-Nacht-Rhythmen mit anormalen Füttergewohnheiten ausgesetzt. Die Bakterien verloren darauf hin völlig den Rhythmus und die Zusammensetzung der Darmbakterien änderte sich. Mäuse unter Jetlag, die mit fettreicher Nahrung gefüttert wurden, setzten Gewicht an und entwickelten Stoffwechselprobleme, die mit Diabetes in Verbindung gebracht werden.

Zusätzlich hat das Team Proben von zwei Menschen, welche von den USA nach Israel gereist sind, untersucht. Es stellte sich raus, dass sich auch hier Bakterien im Darm gebildet haben, welche mit Übergewicht und Stoffwechselproblemen in Verbindung gebracht werden. Als diese Bakterien in gesunde Mäuse verpflanzt wurden, setzten diese Gewicht an und zeigten einen erhöhten Blutzuckerspiegel. Dass ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus ungesund ist und sich in zahlreichen Symptomen niederschlägt ist bekannt, doch das Team konnte nun erstmals eine Erklärung dafür liefern.

Quelle: iflscience

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