Stress gehört zu den typischen Symptomen unserer Zivilisation, doch er ist alles andere als gesund. Nicht nur die Seele leidet bei akutem Stress, sondern auch der Körper kann dadurch krank werden. Der Psychologe Prof. Dr. Gert Kaluza nennt im Interview mit der Zeitschrift GEO einen vierstufigen Ausweg.


Bild: Eye, randychiu, Flickr, CC BY-SA 2.0

Die Notfallmedizin für alle, die unter akuten Stress leiden

Auf welche Weise es dem Einzelnen gelingt, sich bei akutem Stress wieder zu erholen, hängt natürlich stark von der Ursache ab. Auch die Persönlichkeit spielt eine große Rolle, doch gibt es durchaus eine Art Schema F, das sozusagen als Notfallmedizin bei fast allen wirkt.


1. Die Situation akzeptieren: Es gibt Dinge, die können wir schlicht und einfach nicht ändern. Wenn der Zug mal wieder viel zu spät kommt oder Stau auf der Autobahn herrscht, dann lohnt es sich, die Situation einfach anzunehmen, wie sie ist. Nur so verlassen wir die Opferrolle! Das funktioniert mit einiger Übung auch mit cholerischen Menschen, denen wir unausweichlich immer wieder begegnen müssen.

2. Die Emotionen runterfahren: Anschließend gilt es, die Gefühle wieder unter Kontrolle zu bringen. Manch einer muss nur mal kräftig durchatmen oder ein paarmal die Fäuste ballen, um wieder auf dem Boden der Tatsachen zurückzukehren. Wichtig ist vor allem, wie bereits im ersten Schritt getan, eine bewusste Entscheidung zur Entschärfung des inneren Chaos’ zu treffen.

3. Die Situation analysieren: Nun, da die Gefühle nicht mehr ganz so hochkochen, nimmt der Verstand wieder seinen Dienst auf. Der richtige Zeitpunkt ist gekommen, die unverändert schlechte Situation genauer unter die Lupe zu nehmen, nach eventuellen Handlungsmöglichkeiten zu suchen und abzuwägen, ob diese die Sache wert sind.

4. Aktiv werden: Im Stau kannst du nun zum Beispiel den Arbeitgeber anrufen und ihm sagen, dass du zu spät kommen wirst. Vielleicht gibt es auch andere Optionen, die dir wieder dauerhafte Ruhe verschaffen, zum Beispiel Ablenkungsmanöver wie das eigene Lieblingslied zu hören, einen leckeren Snack einzuwerfen oder über ein ganz anderes Thema nachzudenken.

Das alles klingt wirklich einfach und gar nicht weit hergeholt, doch seien wir mal ehrlich: Wer denkt im akuten Stressfall schon an diese Art der Eskalation? Es lohnt sich, die vier Schritte im Hinterkopf zu speichern, um sie dann tatsächlich abzuarbeiten, sobald es ernst wird. Deiner Gesundheit und deinem Wohlbefinden zuliebe!

Quelle: geo.de

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